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Ärzteschaft

Innovationsstau in der Praxis kann Nachfolger abschrecken

Montag, 18. Januar 2016

München – Ein Innovationsstau in der Hausarztpraxis macht es schwerer, einen Nachfolger zu finden. Darauf hat der Allgemeinmediziner Volker Seitter im Newsletter des Bayerischen Hausärzteverbandes hingewiesen. Seitter hat zusammen mit seiner Kollegin Anja Tischer eine neue Gemeinschaftspraxis im oberfränkischen Thurnau eröffnet. „Ich glaube, dass wir für Arztpraxen auf dem Land neue Konzepte brauchen, wenn wir sie für den Nachwuchs attraktiv machen wollen. Das fängt schon bei der baulichen Struktur und der Ausstattung an“, erläuterte er.

Die neue Praxis sei 240 Quadratmeter groß, was eine spezielle Aufteilung der Räume ermögliche: Vom Empfangsbereich über die Untersuchungsräume bis zu den Sprech­zimmern werde es immer leiser und ruhiger, „so dass wir uns auf unsere Arbeit mit den Patienten besser konzentrieren können“, gibt Seitter in dem Interview ein Beispiel für eine attraktive Gestaltung der Praxisräume.

Der Allgemeinmediziner beklagt, dass viele Hausarztpraxen zu wenig investieren könnten. „Die Kollegen wissen oft nicht, wie es weiter gehen soll, ob sie später einen Nachfolger für ihre Praxen finden werden, und stecken deshalb auch nicht mehr viel Geld rein. Aber gerade das macht es noch schwieriger, einen jungen Arzt oder eine junge Ärztin zu finden, die dann die Praxis übernehmen will“, so Seitter.

Eine veraltete Ausstattung und antiquierte Einrichtung schrecke ab, vor allem, wenn klar sei, dass direkt nach der Praxisübernahme große Investitionskosten anfielen. „Deshalb wäre es aus meiner Sicht auch sinnvoll, wenn Gelder aus dem Innovationsfonds nicht nur für komplett neue Konzepte fließen würden, sondern auch eine zeitgemäße Weiterentwicklung vorhandener und bewährter Strukturen unterstützt werden könnte“, schlägt er vor.

Seitter betont, das attraktive Arbeitsmodelle das moderne Arbeitsumfeld ergänzen müssten, damit eine Praxis für den Nachwuchs interessant sei: „Das kann so aussehen, dass junge Kollegen erst einmal in Teilzeit mitarbeiten mit der Option, dann ihr Arbeitspensum nach Absprache auszuweiten. Solche fließenden Übergänge sind nicht nur für den Einstieg in die hausärztliche Tätigkeit, sondern auch für den Rückzug aus dem Arbeitsleben interessant“, so Seitter.

© hil/aerzteblatt.de

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