Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

IQWiG attestiert Aclidiniumbromid beträchtlichen Zusatznutzen

Montag, 18. Januar 2016

Köln – Bestimmte Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) profitieren deutlich von einer Behandlung mit dem Wirkstoff Aclidiniumbromid (Handelsnamen Eklira, Bretaris). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat dem Wirkstoff daher jetzt nach einer Auswertung neuer Daten einen beträchtlichen Zusatznutzen für eine Patientengruppe attestiert.

Aclidiniumbromid ist seit Juli 2012 zugelassen und soll die Symptome bei Erwachsenen mit COPD lindern. Das IQWiG hat den Wirkstoff bereits zweimal analysiert: als Monotherapie (2012) und in der Fixkombination mit dem Wirkstoff Formoterol (2015). Dabei hatten die Wissenschaftler der Fixkombination, nicht aber der Monotherapie einen Zusatznutzen bescheinigt.

Mit Verweis auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse hatte der Hersteller eine erneute Bewertung des Monopräparats beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) beantragt und ein neues sogenanntes Dossier mit Studiendaten eingereicht. Die Ergebnisse zum Endpunkt Exazerbationen hängen offenbar stark vom Schweregrad der Erkrankung ab: Demnach treten bei Erwachsenen mit Schweregrad III, die weniger als zwei Exazer­bationen pro Jahr haben, unter Aclidinium seltener Schübe auf als unter dem lang­wirksamen Beta-2-Sympathomimetikum Formoterol. Bei Patienten mit Schweregrad II ist ein solcher Vorteil von Aclidinium laut IQWiG dagegen nicht erkennbar. Für COPD-Schweregrad IV mit weniger als zwei Exazerbationen pro Jahr lagen keine Daten vor.

Für weitere Endpunkte wie COPD-Symptome, Lebensqualität oder Nebenwirkungen ergaben die Auswertungen entweder keine relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen oder die Ergebnisse waren heterogen und zeigten keine eindeutige Richtung.

„Somit verbleibt nur für eine Patientengruppe, nämlich Erwachsene mit Schweregrad III, die weniger als zwei Exazerbationen pro Jahr haben, ein Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen“, fasst das IQWiG seine Ergebnisse zusammen. Für weitere Patienten gebe es dagegen weiterhin keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.

Der G-BA wird jetzt nach einem Stellungnahmeverfahren abschließend über den Zusatznutzen von Aclidiniumbromid entscheiden. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

14.11.17
Zwölf Prozent der über 65-Jährigen an COPD erkrankt
Berlin/Hannover – In Deutschland leiden nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) rund sechs Prozent der erwachsenen Bevölkerung unter einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Mit......
13.11.17
Saubere Luft muss in Niedersachsen größeren Stellenwert bekommen
Hannover – Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, hat größere Anstrengungen zur Verringerung des Schadstoffausstoßes gefordert. Nach dem Rauchen sei die Luftverschmutzung durch......
28.09.17
Tabakentwöhnung bei COPD: Kassenfinanzierte Intervention hilft fast jedem Zweiten
Chemnitz – In Sachsen und Thüringen konnten fast 1.000 Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) auf Kosten der AOK Plus an dem Modellprojekt „Rauchfrei durchatmen“ teilnehmen.......
13.09.17
Atemwegserkrankungen für mehr als jeden zehnten Sterbefall verantwortlich
Berlin – Erkrankungen der Atemwege und der Lunge bleiben trotz therapeutischer Fortschritte eine wichtige Ursachen von Krankheitslast und Sterblichkeit in Deutschland. Das geht aus der neuen Ausgabe......
13.09.17
Asthma-Antikörper Mepolizumab bei eosinophiler COPD wirksam
Pittsburgh – Das Antikörperpräparat Mepolizumab, das über eine Neutralisierung von Interleukin-5 die Zahl der eosinophilen Granulozyten senkt, hat in zwei randomisierten Studien als zusätzliche......
21.08.17
Weltweit 3,6 Millionen Todesfälle durch COPD und Asthma
Seattle – Weltweit leiden zweimal mehr Menschen an Asthma bronchiale als an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), doch die Sterblichkeit ist bei der COPD achtmal höher. Dies kam in......
17.07.17
COPD: Veränderte Lunge, verändertes Mikrobiom
München – Bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) kann es mit der Zeit zu strukturellen Veränderungen in der Lunge kommen. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums München konnten......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige