Ausland

Britischer Gesundheitsdienst plant Abgabe auf zuckerhaltige Lebensmittel

Montag, 18. Januar 2016

London – Der Vorstandsvorsitzende des staatlichen Gesundheitsdienstes (NHS) in Großbritannien, Simon Stevens, hat laut Medienberichten vom Montag die Einführung einer Sonderabgabe für zuckerhaltige Lebensmittel angekündigt. Er wolle bis 2020 eine Zuckersteuer für alle betroffenen Getränke und Speisen aus Krankenhausautomaten oder Cafeterias durchsetzen, kündigte der NHS-Chef in einem Gespräch mit dem Guardian. Die NHS wäre damit die erste staatliche Einrichtung, die die stark diskutierte Sonderabgabe einführt.

Die Zucker-Abgabe soll Mitarbeiter, Patienten und Besucher vom Kauf zuckerhaltiger Produkte abschrecken. Stevens rechnet außerdem mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von umgerechnet 26 bis 52 Millionen Euro. Diese würden Gesundheitsmaßnahmen für NHS-Mitarbeiter und dem nationalen Programm zur Bekämpfung von Fettleibigkeit unter Kindern zugutekommen.

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Gegenüber der Tageszeitung The Guardian erklärte Stevens, die 1,3 Millionen Angestellten des Gesundheitsdienstes hätten die Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen. Von der Regierung forderte er durchgreifende Maßnahmen zur Bekämpfung von Übergewicht.

Der Anteil fettleibiger Jugendlicher in Großbritannien hat sich in den vergangenen 25 Jahren laut einer Studie von Public Health England verdreifacht. Die Behandlung übergewichtiger und fettleibiger Patienten kostet das Gesundheitssystem Schätzungen zufolge umgerechnet jährlich 7,2 Milliarden Euro.

Im Oktober 2015 hatte der Bericht die Einführung einer Zucker-Abgabe in Höhe von 10 bis 20 Prozent empfohlen, um eine „sinnvolle“ Reduzierung des Zuckerkonsums durchzusetzen. Simon sieht die Initiative zudem als Vorreiter für eine allgemeine britische Strafsteuer auf überzuckerte Lebens­mittel und Getränke. © afp/kna/aerzteblatt.de

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