Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Zahl der Gewebespender steigt erstmals über 2.000

Mittwoch, 20. Januar 2016

Hannover – Die Zahl der Gewebespenden in Deutschland ist deutlich um 13 Prozent gestiegen. Es gab eine Rekordzahl von 2.089 Spendern und mehr als 2.600 Patienten, die mit Gewebetransplantaten wie Augenhornhäuten, Herzklappen und Blutgefäßen versorgt wurden, teilte die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) am Mittwoch in Hannover mit.

„Die Gewebespende und insbesondere die Augenhornhautspende hat sich in vielen Kliniken in Deutschland etabliert”, sagte DGFG-Geschäftsführer Martin Börgel. Erstmals habe die Spenderzahl die 2.000-Grenze überschritten. Damit setze sich der steigende Trend der vergangenen Jahre weiter fort.

Im Gegensatz zur Organspende ist die Gewebespende nicht an den Hirntod gebunden. Deshalb sind ein Großteil der in Deutschland verstorbenen Menschen mögliche Gewebespender. Selbst Krebserkrankungen stellen nach Auskunft der DGFG in vielen Fällen keinen Ausschlussgrund dar.

Als Gewebe gelten im Sinne des Transplantationsgesetzes Augenhornhäute, Herzklappen, Blutgefäße, Knochen und Haut. Ärzte transplantieren jedes Jahr deutlich mehr Gewebe als Organe. Insgesamt hat die DGFG im vergangenen Jahr 4.338 Gewebepräparate zur Transplantation an Krankenhäuser im gesamten Bundesgebiet vermittelt.

Das entspricht einer Steigerung von fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gewebe werden im Gegensatz zu Organen nicht sofort transplantiert, sondern zuvor in Gewebebanken aufbereitet.

Hornhautverpflanzungen sind die älteste und häufigste Transplantation. Insgesamt werden nach Angaben der Fachgesellschaft pro Jahr etwa 5.000 Hornhäute in Deutsch­land verpflanzt. Mehr als die Hälfte davon kommen von der DGFG. Die DGFG betreibt in Hannover und Schwerin zwei der modernsten Gewebebanken Deutschlands.

Die Spende und Vermittlung von Geweben unterliegt dem Handelsverbot. Das 2007 in Kraft getretene Gewebegesetz sieht keine zentrale Vermittlungsstelle sowie keine bundesweite Warteliste vor. Mehr als 60 Krankenhäuser unterstützen die Gewebe­spende im Netzwerk der DGFG durch die Meldung möglicher Gewebespender. Koor­dinatoren der DGFG betreuen die Ärzte in den Kliniken vor Ort, führen Gespräche mit Angehörigen und organisieren die Entnahme und den Transport der Gewebe­präparate in die Gewebebanken.

© kna/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

21.06.17
Gewebespende: Zahl der Spender hat sich seit 2007 verdreifacht
Berlin – Im Gegensatz zur Organspende hat sich die Versorgungslage bei Gewebetransplantaten in Deutschland deutlich verbessert. Seit 2007 hat sich die Zahl der Gewebespender von 865 auf 2.343 Spender......
31.05.17
Rostocker Gewebebank erhält Erlaubnis Herzklappen herzustellen
Rostock – Die Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern (GBM-V) in Rostock hat die amtliche Erlaubnis zur Herstellung von Transplantaten aus humanen Herzklappen und Blutgefäßen erhalten. Die Entnahme des......
17.02.17
Gewebespenden: Spenderzahlen deutlich gestiegen
Berlin – Die Zahl der Gewebespender im Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) ist im vergangenen Jahr nach vorläufigen Angaben um 12,1 Prozent angestiegen. Noch nie zuvor......
20.01.17
Rostocker Gewebebank zieht positives Fazit
Rostock – Ein gutes Jahr nach ihrer Gründung zieht die Gesellschaft für Transplantationsmedizin Mecklenburg-Vorpommern (GTM-V gGmbH) eine positive Zwischenbilanz. Mitarbeiter ihrer Gewebebank haben im......
12.01.17
Postmortale Organspenden auf Tiefststand, mehr Gewebespenden
Frankfurt am Main – Trotz aller Aufklärungs- und Werbekampagnen: Die Zahl der Organspender ist im Jahr 2016 auf den bislang niedrigsten Wert gefallen. Im vergangenen Jahr spendeten 857 Verstorbene......
09.11.16
Wartezeit für Kornea-Implantate deutlich gesunken
Schwerin – Die Wartezeit auf ein Transplantat von Augenhornhäuten und Amnionpräparaten ist in den vergangenen zehn Jahren von mehr als sechs Monaten auf wenige Wochen zurückgegangen. Das gab der......
17.08.16
Rostocker Gewebebank darf Augenhornhäute aufarbeiten
Rostock – Die vor einem Jahr gegründete gemeinnützige Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern hat die Erlaubnis zur Aufbereitung von Augenhornhäuten bekommen. Die entsprechende Genehmigung des Landesamts......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige