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Ärzteschaft

KBV stellt Webanwendung zur Unterstützung der Terminservicestellen vor

Donnerstag, 21. Januar 2016

Berlin – Eine elektronische Lösung, welche die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) bei den vom Gesetzgeber geforderten Terminservicestellen unterstützt, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vorgestellt. Entwickelt hat das „eTerminservice“ genannte Tool die KV Telematik GmbH im Auftrag der KBV.

„Damit bieten wir den KVen einen guten Service für deren Terminservicestellen an“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen. Er betonte aber, dass dies nichts an der grundsätzlichen Kritik von KBV und KVen an den Terminservicestellen ändere. „Im internationalen Vergleich haben wir in Deutschland sehr kurze Wartezeiten“, sagte Gassen.

Die Terminservicestellen hat der Gesetzgeber trotz der Proteste der Ärzteschaft in das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz geschrieben. KVen müssen danach Facharzttermine innerhalb von vier Wochen an Patienten mit einer entsprechend gekennzeichneten Überweisung vermitteln. Steht kein ambulanter Termin zur Verfügung, müssen die Terminservicestellen laut Gesetz Termine in Krankenhäusern vermitteln.

Zum Start von „eTerminservice“ werden zwölf KVen den Dienst nutzen. Gemeinsam mit diesen KVen wurden die Anforderungen für die Webanwendung erarbeitet und auf den Weg gebracht. „Wir freuen uns über das Vertrauen der KVen und darüber, dass wir den knappen Zeitplan von sechs Monaten für die Konzeption, Entwicklung und Organisation des eTerminservice einhalten konnten“, sagte Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KV Telematik GmbH.

Das Gespräch mit Dr. med. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereingung, und Dr. rer. med. Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KV Telematik GmbH Terminservice: Kein Wunschkonzert

Die umstrittenen Terminservicestellen werden im Januar 2016 ihre Arbeit aufnehmen. Um die Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Umsetzung zu unterstützen, hat die KBV eine elektronische Plattform für die Terminvereinbarung entwickeln lassen. 

Die Nutzung ist für die Praxis einfach: Sie meldet sich mit Zugangsdaten, die sie von der KV erhält, auf der Portalseite an. Sie trägt dann in einen Kalender die Termine ein, die sie in den nächsten Wochen und Monaten für Patienten reserviert, die sich an eine Servicestelle wenden. Wird der Termin gebucht, erhalten die Ärzte eine Mitteilung.

Als nächsten Schritt plant die KV Telematik GmbH eine Integration des Dienstes in die Praxisverwaltungssysteme. Er hoffe, dass die Hersteller im Verlauf dieses Jahres eine Lösung anböten, damit die Praxen nur noch einen Terminkalender pflegen müssten, sagte Fuhrmann.

Der eTerminservice steht auch Krankenhäusern für Terminmeldungen zur Verfügung. Zur Freischaltung sollen sich diese an die jeweilige KV wenden. © hil/aerzteblatt.de

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