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Politik

Krankenhäuser stellen mehr Controller ein

Freitag, 22. Januar 2016

dpa

Berlin – Die Krankenhäuser haben im vergangenen Jahr mehr Mitarbeiter im Controlling eingestellt. So stieg bei Krankenhäusern aller Größenordnungen der Anteil der Häuser mit mehr als zehn Controllern teils deutlich an. Das geht aus der 5. Krankenhaus­controllingstudie hervor, die der Deutsche Verein für Krankenhauscontrolling, der Lehrstuhl für Controlling der Bergischen Universität Wuppertal und die Manage­mentberatung zeb gestern vorgestellt haben.  

Konkret stieg bei den Häusern mit sechs bis zehn Abteilungen der Anteil derjenigen, die mehr als zehn Controller beschäftigen, von neun Prozent im Jahr 2014 auf 31 Prozent im vergangenen Jahr. Bei den kleinen Häusern (bis zwei Abteilungen) stieg dieser Anteil von 29 auf 40 Prozent, bei Häusern mit drei bis fünf Abteilungen von 20 auf 29 Prozent und bei den großen Häusern (mehr als zehn Abteilungen) von fünf auf 16 Prozent. Der Zuwachs fand dabei wie in den Vorjahren vor allem im Medizincontrolling statt.

Je kleiner ein Krankenhaus ist, desto mehr Controller beschäftigt es. So lag der durchschnittliche rechnerische Anteil an Controllern in kleinen Krankenhäusern bei 8,9 Stellen pro 1.000 Beschäftigte. Bei den Krankenhäusern mit bis zu zehn Fachab­teilungen lag er bei 8,3 Stellen pro 1.000 Beschäftigte und bei den großen Häusern bei 5,4 Stellen pro 1.000 Beschäftigte. „Dies deutet darauf hin, dass in großen Häusern Skaleneffekte im Controlling realisiert werden können“, heißt es zur Erklärung in der Studie.  

Weniger Krankenhäuser schließen Zielvereinbarungen ab
Zudem schließen zahlreiche Krankenhäuser mit ihren Ärzten noch immer Zielverein­barungen ab – wenn auch weniger als im Vorjahr. So stieg die Zahl der kommunalen Krankenhäuser, die keine Zielvereinbarungen abschließen, von 37 Prozent im Jahr 2014 auf 44 Prozent im vergangenen Jahr. Bei den freigemeinnützigen Krankenhäusern stieg sie im gleichen Zeitraum von 58 auf 66 Prozent und bei den privaten von 48 auf 63 Prozent.

Damit halten sie sich nicht an die Empfehlungen, die die Deutsche Krankenhaus­gesellschaft (DKG) im Einvernehmen mit der  Bundes­ärzte­kammer zu leistungs­bezogenen Zielvereinbarungen, herausgegeben hat. Darin heißt es: „Damit die Unabhängigkeit der medizinischen Entscheidungen gewahrt bleibt, dürfen finanzielle Anreize für einzelne Operationen/Eingriffe oder Leistungen nicht vereinbart werden. Dies gilt auch für Leistungskomplexe bzw. Leistungsaggregationen oder Case-Mix-Volumina.“ Seit April 2013 muss jedes Krankenhaus in seinem Qualitätsbericht ausweisen, ob es bei Verträgen mit leitenden Ärzten diesen Empfehlungen folgt.

Weniger Zielvereinbarungen mit variabler Vergütung
Gesunken sind zudem die Anteile der Zielvereinbarungen mit variabler Vergütung: von 52 Prozent im Jahr 2014 auf 41 Prozent im vergangenen Jahr bei den kommunalen Häusern, von 29 auf 22 Prozent bei den freigemeinnützigen und von 48 auf 29 Prozent bei den privaten.

„Die im Vorjahr festgestellten Unterschiede zwischen den verschiedenen Trägerschaften bestehen weiter fort“, heißt es dazu in der Studie. „Dabei ist allerdings zu berück­sichtigen, dass mittlere und große Häuser unabhängig von der Trägerschaft einen höheren Anteil an Zielvereinbarungen nutzen als kleine Häuser.“ Durch das Übergewicht großer Häuser unter den öffentlichen und das Übergewicht kleiner Häuser unter den privaten würden die der Trägerschaft zuzuordnenden Effekte zusätzlich akzentuiert.

Mehr Erlös- als Qualitätskennzahlen in den Verträgen
„Insgesamt lassen sich die Ergebnisse dahingehend interpretieren, dass sich die von der DKG veröffentlichten Empfehlungen zur Gestaltung von Chefarztverträgen zunehmend in neu abgeschlossenen Verträgen widerspiegeln“, heißt es in der Studie.

In den abgeschlossenen Verträgen dominieren die Ergebniskennzahlen: 76 Prozent der Häuser gaben an, dass die abgeschlossenen Zielvereinbarungen diese Kennzahlen enthalten. Zudem enthalten 48 Prozent der Vereinbarungen Erlöskennzahlen und nur 36 Prozent Qualitätskennzahlen.

Die Studie basiert auf den Antworten von 158 Krankenhäusern. Das sind etwa acht Prozent aller Häuser in Deutschland. © fos/aerzteblatt.de

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