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Medizin

Shisha-Bars: Beschäftige leiden unter Folgen des Passivrauchens

Montag, 25. Januar 2016

dpa

New York – Tabakrauch bleibt Tabakrauch, auch wenn er über eine Wasserpfeife aufgenommen wird. In Shisha-Bars und -Lounges ist die Umgebungsluft oft erheblich mit Schadstoffen belastet, wie die Untersuchung von Angestellten zeigt, die jetzt in Tobacco Control (2016; doi: 10.1136/tobaccocontrol-2015-052505) veröffentlicht wurde.

In den USA ist das Rauchen in geschlossenen Räumen nur an ausgewählten Orten gestattet. In den wenigen Raucher-Clubs gelten strenge Auflagen für die Luftqualität. Die etwa 140 Shisha-Bars und -Lounges sind davon ausgenommen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Angestellten dort keiner Passivrauch-Exposition ausgesetzt sind, deretwegen die Gesetze zur Luftreinhaltung geschaffen wurden. Das Gegenteil ist der Fall, wie eine Untersuchung von zehn Angestellten zeigt, die ein Team um Terry Gordon durchgeführt hat.

Das Forscherteam hat die Konzentration von Feinstaub (PM2,5), Rußpartikeln (BC2,5), Kohlenmonoxid und Nikotin in den Shisha-Bars gemessen. Die Belastung variierte, sie war aber proportional zu der Zahl der Shisha-Raucher. Hinzu kam, dass viele Bars eng und schlecht belüftet waren. Dies hatte Auswirkung auf die Luftqualität, die die Forscher einmal zu Beginn und dann nach der der Tagesschicht der Angestellten bestimmten.

Am Ende des Arbeitstages war die Kohlenmonoxid-Konzentration in der Ausatemluft deutlich angestiegen. Zwei Angestellte hatten eine Konzentration von mehr als 90 ppm, laut Gordon vergleichbar mit der Konzentration im Atem eines starken Tabakrauchers. Die Blutuntersuchungen ergaben, dass die passive Rauchexposition Auswirkungen auf den Körper hat.

Die Konzentration verschiedener Interleukine (IL-1b, IL-6, IL-8I), von Interferon Gamma und dem Tumornekrosefaktor war am Ende der Schicht signifikant erhöht. Die Marker zeigen eine erhöhte Entzündungsbereitschaft des Körpers an, die langfristig die Entwicklung von Krebs oder Herzkreislauferkrankungen fördern könnte, befürchtet Gordon. Passivrauchen ist laut den Toxikologen in den USA die dritthäufigste vermeidbare Todesursache mit jährlich 3.000 Todesfällen an Lungenkrebs und 35.000 Todesfällen an Herzerkrankungen. © rme/aerzteblatt.de

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