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Politik

Keine Einkommenszuwächse für Heilmittelerbringer trotz steigender Ausgaben

Dienstag, 26. Januar 2016

dpa

Berlin – Trotz deutlich steigender Ausgaben für Heilmittel verdienen die Leistungs­erbringer nicht mehr, weil die Zahl von Physio-, Ergo- und Logotherapeuten sowie Podologen gleichzeitig stark gestiegen ist. Das berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Einkommens­situation der Heilmittelerbringer. „In den letzten Jahren haben vermehrt vor allem Heilmittelerbringer kritisiert, dass der Berufsstand aber aufgrund unverhältnismäßig geringer Einkünfte bei gleichzeitig steigenden Ausgaben bedroht ist“, heißt es in der Anfrage.

Die Ausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) für Heilmittel sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, nämlich von 4,61 Milliarden Euro auf 5,69 Milliarden Euro von 2010 bis 2014. Das entspricht einem Zuwachs um gut 23,4 Prozent. In den ersten drei Quartalen 2015 zeichne sich mit einem Anstieg der Heilmittel­ausgaben um 7,4 Prozent ein weiterer deutlicher Ausgabenzuwachs ab.

Allein auf die physikalische Therapie und Physiotherapie entfallen den Angaben zufolge 2014 Ausgaben in Höhe von knapp 3,88 Milliarden Euro. Bei der Ergotherapie lagen die Ausgaben 2014 bei 827 Millionen Euro, bei der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie waren es 639 Millionen Euro, bei der Podologie 153 Millionen Euro.

Als Folge des 2015 beschlossenen Versorgungsstärkungsgesetzes werde die Vergütung für Heilmittelleistungen bis 2021 über die regulären Anpassungen hinaus um schätzungsweise 70 bis 80 Millionen Euro im Jahr steigen, heißt es in der Antwort weiter. Hinzu kämen die Umsätze über die private Kran­ken­ver­siche­rung, sowie die gesetzliche Unfallversicherung.

Aber der deutliche Anstieg der Vergütungssummen werde durch die zunehmende Zahl der Leistungserbringer relativiert. So waren im Jahr 2000 bundesweit 125.000 Physiotherapeuten, Masseure und medizinische Bademeister registriert, 2013 waren es 222.000, berichtet die Bundesregierung unter Berufung auf das Statistische Bundesamt.

In der Ergotherapie waren im Jahr 2013 56.000, in der Sprachtherapie 24.000 und in der Podologie 14.000 Personen therapeutisch tätig. Vergleiche mit früheren Berichtsjahren seien für diese Berufsgruppen aber nicht möglich, da Beschäftigten­zahlen für Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen erst seit dem Jahr 2012 gesondert erfasst würden. © hil/aerzteblatt.de

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