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Vermischtes

Arsenbelastung in Lebensmitteln deutlich zu hoch

Donnerstag, 28. Januar 2016

Berlin – Die Belastung mit dem potenziell krebsauslösenden Halbmetall Arsen ist in Europa zu hoch. Insbesondere Reis, aber auch andere Lebensmittel, seien zu hoch belastet, warnen die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Gesellschaft für Toxikologie.

Arsen ist ein Halbmetall, das in der Umwelt weit verbreitet ist. Es kommt einerseits natürlicherweise in Mineralien und Erzen vor, kann aber auch durch die Verbrennung fossiler Energieträger angereichert werden. Dabei gibt es geografische Unterschiede. Über die Böden kann anorganisches Arsen auch ins Trinkwasser und in Lebensmittel gelangen.

Laut der EFSA nehmen Kleinkinder in Europa durchschnittlich zwischen 0,61 und 2,09 Mikrogramm Arsen pro Kilogramm Körpergewicht täglich auf. Sie lägen damit im Bereich eines relevant erhöhten Krebsrisikos. Die Beratungskommission der Gesellschaft für Toxikologie hat diese Einschätzung jetzt bestätigt. Maßnahmen zur Verminderung der Arsenbelastung seien daher „dringend erforderlich“, heißt es aus der Fachgesellschaft.

Aus epidemiologischen Studien könne berechnet werden, welche tägliche Aufnahme an anorganischem Arsen zu einem erhöhten Krebsrisiko führt. Diese Analysen ergeben ein um ein Prozent erhöhtes Risiko für Lungen-, Haut- und Blasenkrebs beim Menschen, wenn täglich eine Dosis zwischen 0,3 und 8 Mikrogramm Arsen pro Kilogramm Körpergewicht zugeführt wird. Darüber hinaus kann eine zu hohe Arsenbelastung langfristig zu chronischen Effekten wie Hautläsionen, Entwicklungstoxizität, Neurotoxizität, Herz- Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes führen.

Vergangenes Jahr hat das Bundesinstitut für Risikobewertung bereits darauf hin­gewiesen, dass Reis und besonders Reisprodukte wie Reiswaffeln hohe Arsen­konzentrationen enthalten können. Für die Gesamtzufuhr von Arsen spielt jedoch laut der Gesellschaft für Toxikologie auch die Aufnahme über weitere Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte, getreidebasierte Produkte und in Teilen Europas auch das Trinkwasser eine Rolle.

Zum Schutz der Bevölkerung sei daher eine Einschränkung des Reiskonsums alleine nicht ausreichend. Die Beratungskommission der Gesellschaft für Toxikologie empfiehlt gesetzgeberische Maßnahmen auf EU- und bundesweiter Ebene, welche die Konzentration von anorganischem Arsen in relevanten Lebensmitteln vermindern. © hil/aerzteblatt.de

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