Vermischtes

Grippewelle hat begonnen

Donnerstag, 28. Januar 2016

Hannover – Die Grippewelle 2016 hat begonnen. Darauf weist das Niedersächsische Landesgesundheitsamt hin. Die Experten des Amtes haben in der vergangenen Woche in mehr als 23 Prozent der untersuchten Proben aus Arztpraxen Influenzaviren nachgewiesen. Ein hoher Krankenstand in Kindertageseinrichtungen sei ein weiterer Hinweis auf die beginnende Grippewelle.

Kennzeichnend für die Influenza ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl, Husten und Gliederschmerzen. „Eine Behandlung mit Antibiotika ist bei einer Influenza-Erkrankung nicht sinnvoll, da der Erreger ein Virus und kein Bakterium ist“, erinnerte Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes.

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Um sich und andere vor einer Erkrankung zu schützen, gebe es verschiedene Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehöre regelmäßiges Händewaschen, besonders nach dem Besuch von Orten, an denen viele Menschen aufeinandertreffen, wie in Bussen und Bahnen oder in Stadtzentren. Husten sollte man immer in die Armbeuge und nicht in die Hand.

„Eine Influenza-Erkrankung sollte zu Hause und nicht am Arbeitsplatz auskuriert werden“, betonte Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD). Eine angemessene Ruhephase fördere nicht nur die Genesung, sondern schütze auch die Kollegen sowie weitere Kontaktpersonen.

Laut dem Niedersächsischen Gesundheitsministerium kann eine Influenza-Schutzimpfung auch jetzt noch sinnvoll sein. „In den vergangenen Jahren hat die Grippewelle nicht selten bis Anfang April angedauert. Ein voller Impfschutz besteht aber erst zehn bis 14 Tage nach der Impfung“, hieß es aus dem Ministerium.

Laut einer Analyse des Robert Koch-Instituts lag die Influenza-Impfquote in der Saison 2014/15 bei den über 60jährigen bundesweit bei 36,7 Prozent und zeigte dabei eine große Spannweite im Ländervergleich: Von 21,1 Prozent in Baden-Württemberg bis 56,7 Prozent in Sachsen-Anhalt. „Die Zielvorgaben der Europäischen Union werden damit in Deutschland bisher von keinem einzigen Bundesland annähernd erreicht“, schreiben die Autoren im Epidemiologischen Bulletin (doi: 10.17886/EpiBull-2016-001).

© hil/aerzteblatt.de

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