Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bundestag beschließt Verkaufsverbot für E-Zigaretten und E-Shishas

Freitag, 29. Januar 2016

Berlin – E-Zigaretten und E-Shishas dürfen in Deutschland künftig nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstagabend einen Gesetzentwurf, mit dem das bereits bestehende Abgabe- und Konsumverbot für Tabakwaren auf elektronische Zigaretten und elektronische Shishas ausgedehnt wird. Das Verbot gilt auch für den Versandhandel.

E-Zigaretten und E-Shishas simulieren praktisch das Rauchen, ohne Tabak zu verbrennen. Dabei werden Flüssigkeiten, sogenannte Liquids, verdampft. Der entstehende Nebel wird inhaliert. Dabei gibt es verschiedene Geschmacksrichtungen; die Produkte können nikotinhaltig oder nikotinfrei sein.

Im Jugendschutzgesetz war bislang nur ein Verbot von Tabakwaren geregelt, E-Zigaretten und E-Shishas fielen nicht darunter. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) nannte das beschlossene Abgabeverbot einen „Meilenstein für gesundheitlichen Verbraucherschutz”. „E-Zigaretten und E-Shishas – egal ob mit oder ohne Nikotin - haben in den Händen von Kindern und Jugendlichen nichts zu suchen", erklärte Schmidt. Rauchen sei nicht harmlos, auch wenn es nach Kaugummi schmecke oder nach Melone rieche.

„Auch nikotinfreie E-Zigaretten und E-Shishas schaden der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen", erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilien­ministerium, Caren Marks (SPD). Zudem bestehe die Gefahr, dass die vermeintlich harmlosen nikotinfreie E-Zigaretten dazu verleiten, auf nikotinhaltige Zigaretten umzusteigen.

Die Bundesregierung hatte das Verkaufsverbot mit den Gesundheitsrisiken des Sucht- und Nervengiftes Nikotin begründet, das auch beim Konsum von elektrischen Zigaretten und Shishas mit der Nikotinlösung eingeatmet werde. Aber auch der Konsum von nikotinfreien elektronischen Zigaretten und Shishas sei gesundheitsgefährdend, da beim Verdampfen Stoffe entstünden, die als möglicherweise krebsauslösend gelten.

Eine frühere Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hatte ergeben, dass jeder fünfte Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahre © afp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

11.10.17
E-Zigarette könnte selbst im Worst Case noch 1,6 Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern
München/Tübingen – Mindestens 1,6 Millionen vorzeitige Todesfälle könnten in den USA verhindert werden, wenn ein Großteil der Raucher auf den elektronischen Verdampfer umsteigen würde. Zu diesem......
05.10.17
Bundesgerichtshof bestätigt Tabakwerbeverbot im Internet
Karlsruhe – Das Tabakwerbeverbot im Internet gilt auch für die Internetseite von Tabakherstellern. Dortige werbende Abbildungen seien als „unzulässige Tabakwerbung anzusehen“, urteilte der I.......
28.09.17
Tabakentwöhnung bei COPD: Kassenfinanzierte Intervention hilft fast jedem Zweiten
Chemnitz – In Sachsen und Thüringen konnten fast 1.000 Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) auf Kosten der AOK Plus an dem Modellprojekt „Rauchfrei durchatmen“ teilnehmen.......
19.09.17
Zigarettenpreise beeinflussen Säuglings­sterblichkeit
London – Je teurer die Zigaretten in einem Land sind, desto geringer ist die Säuglingssterblichkeit. Eine Studie in JAMA Pediatrics (2017; doi: 10.1001/jamapediatrics.2017.2536) zeigt, dass der......
15.09.17
Trend zum Nichtrauchen hält bei unter 25-Jährigen an
Berlin – Jugendliche und junge Erwachsene greifen immer seltener zur Zigarette. Das geht aus neuen Daten hervor, die heute von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlicht......
24.08.17
Rauchentwöhnung: Probanden machen falsche Angaben in klinischen Studien
London – In Studien zur Rauchentwöhnung können Ärzte sich nicht immer auf die Angaben der Probanden verlassen. An Kliniken in den USA berichten Forscher der University of Kansas School of Medicine......
03.08.17
Asiatischer Kautabak erhöht Krebsrisiko um mehr als das 20-Fache
Peshawar – Kautabak ist in vielen Ländern verbreitet, etwa in Schweden, Indien, Pakistan und Afghanistan. Entgegen der allgemeinen Annahme birgt die billige Nikotinquelle Gefahren. Das berichten......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige