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Medizin

Eribulin verlängert Leben bei Liposarkom

Freitag, 29. Januar 2016

Silver Spring – Das Zytostatikum Eribulin, das seit einigen Jahren zur Brustkrebs­behandlung eingesetzt wird, kann auch bei Patienten mit Weichteilsarkomen die Überlebenszeit verlängern. Die Ergebnisse einer Phase 3-Studie haben die US-Arzneibehörde FDA bewogen, die Indikation auf das fortgeschrittene oder metastasierte Liposarkom auszuweiten. Behandelt werden dürfen Patienten, die bereits eine anthrazyklin-basierte Chemotherapie erhalten haben.

Das Liposarkom ist neben dem Leiomyosarkom das häufigste Weichteilsarkom, einer Gruppe von relativ seltenen Krebserkrankungen, an denen in Deutschland pro Jahr etwa 4.000 Menschen erkranken. Die Behandlung besteht in einer Entfernung des Tumors. Im fortgeschrittenen Stadium erhalten die Patienten eine Bestrahlung und eine Chemotherapie. Mittel der Wahl sind Anthrazykline, nach deren Versagen die Patienten jetzt (vorerst in den USA und demnächst wohl auch in Europa) mit Eribulin behandelt werden dürfen.

Eribulin ist ein synthetisches Analogen von Halichondrin B, einem Bestandteil des pazifischen Meeresschwamms Halichondria okadai. Eribulin verhindert in vergleichbarer Weise wie die Taxane die Bildung des Spindelapparats, der bei der Zellteilung die Chromosomen auf die Tochterzellen verteilt.

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Die Wirksamkeit bei Weichteilsarkomen wurde in einer Phase 3-Studie an 452 Patienten mit metastasiertem Liposarkom oder Leiomyosarkom untersucht. Alle Patienten waren zuvor mit einer anthrazyklin-basierten Chemotherapie behandelt worden. In der Studie wurden sie auf eine Behandlung mit Eribulin oder Dacarbazin randomisiert.

Eribulin verlängerte nach den im letzten Jahr auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology vorgestellten Ergebnissen das Gesamtüberleben. Der Vorteil war jedoch weitgehend auf Patienten mit Liposarkom begrenzt, wo die Gesamtüberlebenszeit von 8,4 auf 15,6 Monate anstieg. Für Patienten mit Leiomyosarkom wurde der Wirkstoff nicht zugelassen.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind laut FDA Müdigkeit, Übelkeit, Alopezie, Obstipation, eine periphere Neuropathie, Bauchschmerzen und Fieber. Auch eine Neutropenie und Elektrolytstörungen mit einem Abfall von Kalium oder Kalzium sind möglich. Die periphere Neuropathie kann zu starken Beeinträchtigungen führen, die Neutropenie ist mit einem Risiko auf lebensgefährliche Infektionen behaftet. Eine Verlängerung des QTc-Intervalls im EKG kann tödliche Herzrhythmusstörungen auslösen. © rme/aerzteblatt.de

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