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Medizin

Schlechte Resilienz in der Jugend erhöht Blutdruck im Alter

Mittwoch, 3. Februar 2016

New York – Männliche Jugendliche, die sich leicht aus der Ruhe bringen lassen, könnten im späten Erwachsenenalter ein erhöhtes Risiko für eine Hypertonie besitzen. In der Fachzeitschrift Heart berichten Forscher um Casey Crump an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, dass eine schlechte Stress-Resilienz sich dauerhaft auf den Blutdruck auswirken kann (doi:10.1136/heartjnl-2015-308597).

Dass Stress sich negativ auf die Gesundheit auswirkt und auch den Blutdruck erhöhen kann, ist hinreichend bekannt. Doch nicht jeder Mensch ist anfällig für Stress. Je nach Schutzfaktoren, die sich durch innere und äußere Einflüsse ergeben, können Menschen eine unterschiedliche Resilienz besitzen. Unter der Resilienz versteht die Psychologie die psychische Widerstandsfähigkeit von Menschen. Eine gute Resilienz stellt nicht nur einen Schutz vor psychischen Erkrankungen dar, sondern wirkt sich laut der aktuellen medizinischen Forschung positiv auf die gesamte Gesundheit aus.

Die Forscher untersuchten die Daten von 1,5 Millionen schwedischen Männern, die zwischen 1969 und 1997 im Alter von 18 Jahren zum Dienst in der schwedischen Armee einberufen wurden. Die Männer mussten als Teil der medizinischen Eingangs­untersuchung auch an einer psychologischen Befragung teilnehmen. Im Rahmen des 20 bis 30-minütigen Gespräches sollte die Resilienz der Befragten eruiert werden, um so ihre Tauglichkeit für das Militär und mögliche Kampfeinsätze zu bestimmen. Thematisch ging es in der Befragung um das alltägliche Leben der Probanden und um Situationen, die sie in der Schule, Zuhause oder auf der Arbeit erlebten. Die medizinische Historie der Studienteilnehmer verfolgte die Arbeitsgruppe bis 2012.

Bei rund 93.000 Teilnehmern wurde im Laufe der Studie eine Hypertonie diagnostiziert. Es zeigte sich, dass Männern im unteren Fünftel des Resilienz-Scores ein 40 Prozent höheres Risiko für eine Hypertonie hatten, als Männern aus dem oberen Fünftel. Als besonders fatal erwies ein gleichzeitig bestehendes Übergewicht im Jugendalter: Bei Übergewicht und geringer Stress-Resilienz stieg das Risiko sogar um das Dreifache.

Obgleich aus Beobachtungsstudien keine kausalen Schlüsse gezogen werden dürfen, plädieren die Forscher dafür, die Resilienz von jungen Menschen zu stärken. Psychosoziale Risikofaktoren und Stress-Management seien in diesem Zusammenhang wichtige Ansatzpunkte. © hil/aerzteblatt.de

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