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Politik

Krebs bleibt gesundheits­politische Herausforderung ersten Ranges

Mittwoch, 3. Februar 2016

Hermann Gröhe-dpa

Berlin – Die Bekämpfung von Krebs bleibt eine gesundheitspolitische Herausforderung ersten Ranges. Das hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) zum Weltkrebstag am 4. Februar bekräftigt. Der Deutschen Krebshilfe zufolge sterben weltweit etwa 8,2 Millionen Menschen jährlich an Krebs. In Deutschland erfahren rund 500.000 Menschen pro Jahr eine Krebsdiagnose, rund 224.000 Menschen sterben an einer Krebserkrankung. Krebs ist somit eine der häufigsten Todesursache.

„Wichtig ist, dass die Krebsfrüherkennung weiterentwickelt wird, und die Forschung und unsere gute Krebsversorgung in Deutschland gemeinsam weiter ausgebaut werden“, betonte Gröhe. Die Politik setze dabei auf den sogenannten nationalen Krebsplan. Im Juni 2008 haben das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren diesen Plan ins Leben gerufen. Er formuliert 13 Ziele. Derzeit läuft die Umsetzung der zahlreichen Empfehlungen zu diesen Zielen.

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Schwerpunkt Krebsfrüherkennung und Registeraufbau
Gröhe nannte stellvertretend zwei Schwerpunkte: Zum Beispiel sei das Krebsfrüher­kennungs- und -registergesetz ein wichtiges Ergebnis des nationalen Krebsplans. Daraus resultierend entwickle der Gemeinsame Bundes­aus­schuss im Augenblick Programme zur Verbesserung der bisherigen Darmkrebs- und Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung. „Voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres werden Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen erstmals zu diesen beiden Früherkennungsuntersuchungen eingeladen“, so Gröhe.

In allen Bundesländern kommt außerdem der Ausbau der klinischen Krebsregister voran. „Die Auswertung der Behandlungsdaten dieser Register werden entscheidend dazu beitragen, die Therapie und Nachsorge von Krebskranken weiter zu verbessern“, sagte der Minister.

Psychoonkologische Versorgung wird ausgebaut
Die Verbesserung der psychoonkologischen Versorgung sei ebenfalls eines der 13 Ziele des nationalen Krebsplans. Das Bundesministerium für Gesundheit habe daher im Dezember 2015 eine Bestandsaufnahme der ambulanten und stationären psychoonkologischen Versorgungsangebote ausgeschrieben. Die Ergebnisse sollen Grundlage für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der psychoonkologischen Versorgung sein.

Am 4. Februar findet der Weltkrebstag 2016 unter dem Motto „Wir können. Ich kann.“ statt. Hierbei schließen sich mehr als 770 Mitgliedsorganisationen der Weltkrebsorganisation UICC in 155 verschiedenen Ländern zusammen, um über die Krankheit Krebs zu informieren und das Thema in das allgemeine Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.

© hil/aerzteblatt.de

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