Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

EU-Parlament lehnt Zulassung von drei Gen-Sojasorten ab

Mittwoch, 3. Februar 2016

Straßburg – Das Europaparlament hat die Zulassung von drei gentechnisch veränderten Sojabohnen durch die EU-Kommission abgelehnt. Die fraglichen Pflanzen seien dank der Gentechnik resistent gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, das von der Weltgesundheits­organisation (WHO) im März vergangenen Jahres als "vermutlich krebserregend" eingestuft worden sei, heißt es in der Entschließung, die am Mittwoch in Straßburg mit großer Mehrheit verabschiedet wurde.

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte sich im November für die Zulassung der drei Sojabohnensorten ausgesprochen. Entgegen der WHO vertrat sie die Ansicht, könne bei Menschen kaum Krebs auslösen. Die in Parma ansässige Behörde ist in der Vergangenheit wiederholt wegen industriefreundlicher Entscheidungen kritisiert worden.

Die Zulassung der fraglichen Gen-Sojabohnen könnte die Verwendung bestimmter Unkrautvernichtungsmittel wie Glyphosat fördern, die möglicherweise schwere Aus­wirkungen auf die Gesundheit hätten, betonte der SPD-Umweltexperte Matthias Groote. Dies sei nicht akzeptabel. Der Gesundheitsschutz der Bürger müsse für die EU oberste Priorität haben.

Das Europaparlament hat in der Frage kein Vetorecht - die Kommission ist somit nicht gezwungen, die Zulassungen zu annullieren. Allerdings hatte das Straßburger Parlament im vergangenen Januar eine Verordnung verabschiedet, die nationale Anbau-Verbote in den 28 EU-Staaten erleichtert. Dank dieser Regelung können Staaten nun ganz offen auf politische Motive oder Umweltgründe für eine Ablehnung verweisen. Sie können auch den Anbau mehrerer gentechnisch veränderter Pflanzen auf einmal untersagen.

© afp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

17.05.17
EU-Kommission will Glyphosat für zehn Jahre zulassen
Brüssel – Die EU-Kommission will den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat für weitere zehn Jahre in Europa zulassen und treibt damit Umweltschützer auf die Barrikaden. Eine Kommissionssprecherin......
08.02.17
Berlin – Eine europäische Bürgerinitiative will eine Million Stimmen gegen das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat sammeln und ein EU-weites Verbot durchsetzen. Umweltorganisationen aus 13......
24.01.17
Bestandteile von Insektiziden erhöhen das Diabetesrisiko
Madurai – Organische Phosphate (OP), wie sie in herkömmlichen Insektiziden aber auch in Giftgas vorkommen können, erhöhen das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Jetzt haben Forscher aus Indien an einem......
10.01.17
Brüssel – Kritiker des Unkrautvernichters Glyphosat haben eine europäische Bürgerinitiative auf den Weg gebracht. Die Brüsseler EU-Kommission beschloss heute, den Vorstoß zuzulassen. Offiziell wird......
24.11.16
Luxemburg – Bürger haben nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) weitreichende Rechte auf Auskunft über die Wirkung von Pestiziden. Die Luxemburger Richter urteilten gestern in zwei......
04.08.16
Studie: Pestizide können Atemwege von Landwirten reizen
Raleigh/North Carolina – Der Einsatz von Pestiziden kann bei Landwirten die Entwicklung allergischer und nicht-allergischer Atemwegsbeschwerden fördern. Dies geht aus einer großen Querschnittstudie in......
30.11.15
Wissenschaftler kritisieren Glyphosat-Bewertung von EU-Behörde
Berlin – Im Streit um das auch in Deutschland viel verwendete Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat haben 96 Wissenschaftler aus aller Welt den europäischen Behörden gravierende Mängel vorgeworfen. In......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige