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Vermischtes

Deutsche Schüler schauen zuviel Fernsehen

Donnerstag, 4. Februar 2016

dpa

Halle-Wittenberg – Mehr als die Hälfte der Schüler in Deutschland zeigt einen problematischen Fernsehkonsum. Je höher der familiäre soziale Status ist, desto geringer der Fernsehkonsum. Kinder mit Migrationshintergrund schauen häufig mehr als vier Stunden an Schultagen fern, Mädchen ausgeprägter als Jungen. Das ist ein Ergebnis der internationalen sogenannten HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO.

Matthias Richter, Direktor des Institutes für Medizinische Soziologe der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, leitet den deutschen Teil der Studie. Sein Institut gibt jetzt in sogenannten Faktenblätter Aufschluss zum Gesundheitsverhalten von Schülern in Deutschland. Diese zeigen beispielsweise die Häufigkeit des Frühstücks, die schulische Belastung, den Fernsehkonsum an Schultagen oder die psychosomatische Beschwerdelast von Kindern und Jugendlichen.

Danach leiden Mädchen mit 31,3 Prozent deutlich häufiger als Jungen (17,3 Prozent) unter zwei oder mehr psychosomatischen Beschwerden pro Woche. Mit steigendem Alter verdoppelt sich der Anteil der Mädchen mit regelmäßigen psychosomatischen Beschwerden (11-Jährige 20 Prozent, 15-Jährige 41,4 Prozent).

Zu solchen Beschwerden zählen beispielsweise Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder am häufigsten Einschlafprobleme. „Obwohl Kinder und Jugendliche zum gesündesten Teil der Bevölkerung zählen, zeigt sich in diesem Bereich großer Handlungsbedarf, der zudem geschlechts- und sozioökonomisch sensibel ausgerichtet sein sollte“, empfiehlt das Institut.

Mehr als ein Viertel aller Jungen (26,9 Prozent) und Mädchen (28,9 Prozent) fühlt sich einigermaßen oder sehr stark von den schulischen Anforderungen belastet – fast unabhängig von familiärem Wohlstand und Herkunft. Dieses Gefühl nimmt mit dem Alter insbesondere bei Mädchen noch zu. Interventionen wie beispielsweise ein gutes Schulklima, positives Feedback oder Interessenförderung könnten helfen, die Belastung zu mindern und damit psychischen Erkrankungen entgegenzuwirken, so Richter.

Die HBSC-Studie untersucht unter Schirmherrschaft der WHO seit 1982 alle vier Jahre den Gesundheitszustand und das gesundheitsrelevante Verhalten von 11-, 13- und 15-Jährigen in Europa und Nordamerika. Insgesamt sind derzeit 44 Länder beteiligt. In Deutschland werden die Befragungen seit 1993/94 durchgeführt, wobei für die nun vorliegenden Ergebnisse erstmals Daten aller 16 Bundesländer erhoben wurden.

Die Ergebnisse aus der internationalen Studie werden im März 2016 von der WHO veröffentlicht.  © hil/aerzteblatt.de

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