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Ärzteschaft

Niedergelassene Ärzte kritisieren Berliner Krankenhausplan

Freitag, 5. Februar 2016

Berlin – Der Berliner Landesverband der niedergelassenen Ärzte (NAV-Virchow-Bund) hat den Krankenhausplan von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) als „grobe Fehlplanung“ kritisiert. Statt die gute ambulante Versorgung auszubauen, saniere der Senator die Kliniken zulasten der Berliner Praxen.

„Anstatt Bettenkapazitäten abzubauen und die ambulante Versorgung zu stärken, geht der Sozialsenator in eine ganz andere Richtung: Die Bettenzahl soll erhöht werden, die vom Land Berlin aber zu leistenden Investitionen bleiben aus“, sagte Mathias Coordt, Vorsitzender der Landesgruppe Berlin/Brandenburg des NAV-Virchow-Bundes.

Stattdessen wolle Czaja die Erlössituation der Krankenhäuser verbessern, indem er deren Notaufnahmen zulasten des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes stärkt und über Zuschläge für Krankenhäuser mit Notfallversorgung nachdenkt. „Das ist aus unserer Sicht der völlig falsche Weg“, verwies Coordt.

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Wie die vom Senator versprochene fachärztliche Behandlung von den Kliniken gewährleistet werden könne, sei aufgrund der dünnen Personaldecke in den Häusern fragwürdig. Zudem würden die Vorgaben der Krankenhausreform vom Berliner Senat missbräuchlich angewandt, so Coordt.

Sinn der Portalpraxen an Krankenhäusern sei, die Notfallbehandlung außerhalb der Sprechstunden-Zeiten sicherzustellen. Krankenhäuser sollten dann nur im Ausnahmefall tätig werden. Coordt: „Der Senator will das genaue Gegenteil.“ Selbstverständlich müssten Krankenhäuser darüber hinaus Notfallbehandlungen begründen. Anders sei eine wirtschaftliche Behandlung nicht zu gewährleisten. Offensichtlich wolle der Senator dies nicht, unterstrich der Landesgruppenchef.

Gesundheitssenator Mario Czaja hatte am Donnerstag ankündigt, dass nach Jahren des Abbaus in Berlin in den nächsten Jahren wieder mehr Krankenhausbetten entstehen sollen. Im Krankenhausplan für 2016 bis 2020 sind knapp 22.000 Plätze an 62 Standorten vorgesehen. Das ist ein Plus von rund 1.300 im Vergleich zur Planung von 2010.

Zu Beginn der 90er Jahre hatte Berlin noch rund 39.900 Betten, die bis 2010 auf etwa 19.800 reduziert wurden. Mit dem Plan werde „einer wachsenden und älter werdenden Stadt“ Rechnung getragen, erklärte Czaja. Grundlage der Berechnungen seien die Annahmen, dass sich die Zahl der Über-80-Jährigen in Berlin bis 2030 verdoppelt und die Bevölkerung zwischen 2013 und 2030 um 173.000 Menschen wächst. © hil/aerzteblatt.de

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