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Ausland

UN: 200 Millionen Frauen von Genitalverstümmelung betroffen

Freitag, 5. Februar 2016

New York/Jakarta – Neuen Schätzungen der UN zufolge sind weltweit mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen Opfer von Genitalverstümmelung geworden. Das sind rund 70 Millionen mehr als bislang angenommen. „Nie zuvor war es so dringlich, diese Praxis zu beenden“, sagte UNO-Generalsekräter Ban Ki Moon am Donnerstag in New York.

Zu den am stärksten betroffenen Ländern gehört demnach Indonesien, das wesentlich zur Zunahme der Fallzahl beigetragen habe. Etwa die Hälfte aller indonesischen Mädchen bis zu elf Jahren seien beschnitten, heißt es in dem UN-Report. Zusammen mit Ägypten und Äthiopien gehöre Indonesien zu jenen drei Ländern, in denen mehr als die Hälfte der weltweit 200 Millionen Opfer lebten.

Eine Ursache für die Genitalverstümmelung indonesischer Mädchen liegt in einer unklaren Gesetzeslage. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium hatte das Ritual 2006 verboten. Eine Fatwa des höchsten theologischen Gremiums des indonesischen Islam erlaubte jedoch zwei Jahre später ausdrücklich die Beschneidung von Mädchen. Seitdem verzichtet das Ge­sund­heits­mi­nis­terium laut eigener Aussage mangels Zuständigkeit auf eine Durchsetzung des Verbots. Bei der Beschneidung von Mädchen handele es sich „nicht um einen medizinischen Eingriff“, teilte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium 2015 mit. © kna/aerzteblatt.de

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