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Ausland

Ärzte ohne Grenzen warnen vor Nachlässigkeit bei Ebola

Freitag, 5. Februar 2016

Berlin – Der Vize-Vorsitzende von Ärzte ohne Grenzen, Maximilian Gertler, mahnt trotz offiziellem Ende der Ebola-Epidemie zur Wachsamkeit. Jeder Einzelfall in Sierra Leone, Liberia oder Guinea könne prinzipiell eine neue Epidemie verursachen, warnte der Mediziner am Freitag in Berlin.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Ebola-Epidemie in Westafrika Mitte Januar für beendet erklärt. Nur einen Tag später wurde ein neues Opfer gemeldet. Die Festlegung basiere auf den Erfahrungen der früheren, viel kleineren Ausbrüche. „Wir haben aber aus der aktuellen großen Epidemie gelernt, dass offenbar in seltenen Fällen Ebola-Überlebende auch später noch andere Personen infizieren können“, erklärte Gertler.

Eine große Herausforderung angesichts der Größe des Ausbruchs seien Ebola-Überlebende, bei denen das Virus im Auge oder in der Samenflüssigkeit weiterlebe. „Es kommt offenbar selten vor und bei den bisherigen Ausbrüchen hat es keine Rolle gespielt. Jetzt haben wir aber mehr als 14.000 Überlebende, und wenn auch nur jeder Hundertste das Virus weiter mit sich herumträgt, ist das natürlich eine beträchtliche Anzahl.“

Der Mediziner dringt darauf, dass die Aufklärung der Bevölkerung weitergeht. „Die junge Frau, die jüngst an Ebola gestorben ist, war kurz vor ihrem Tod in einem Gesundheitszentrum in Sierra Leone und ist mit Fiebertabletten wieder entlassen worden. Keiner hat daran gedacht, sie auf Ebola zu testen oder sie zu isolieren“, sagte Gertler. Das zeige auf fatale Weise, wie schnell das Wissen über die Infektion vergessen werde oder gar nicht vorgedrungen sei. 

Ärzte ohne Grenzen habe mittlerweile in der Region sogenannte Survivor Clinics eingerichtet. „Dort werden die Ebolaüberlebenden versorgt, die nicht nur mit psychischen Traumatisierungen, sondern auch mit teils schweren körperlichen Schäden zu kämpfen haben.“  © kna/aerzteblatt.de

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