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Medizin

Chlorhexidin verhindert Wundinfektionen nach Kaiserschnitt besser

Montag, 8. Februar 2016

dpa

St.Louis – Wundinfektionen, eine häufige Komplikation nach Sectio caesarea, lassen sich durch die Reinigung der Haut mit Chlorhexidin-Alkohol häufiger verhindern als nach Anwendung von jodhaltigen Antiseptika. Dies geht aus einer randomisierten Vergleichsstudie im New England Journal of Medicine (2016; doi: 10.1056/NEJMoa1511048) hervor.

Seitdem ein Drittel aller Kinder per Sectio entbunden wird, ist der Kaiserschnitt zum häufigsten chirurgischen Eingriff bei Frauen geworden. Der Eingriff ist an den Frauenkliniken eine tägliche Routine, Wundinfektionen sind mit einer Rate von 5 bis 12 Prozent jedoch eine häufige Komplikation, die die Liegezeit verlängern und die Behandlung verteuern kann. Die durchschnittlichen Mehrkosten liegen in den USA bei über 3.500 US-Dollar. Die Kosten für das Antiseptikum, mit dem die Haut vor dem Bauchschnitt gereinigt wird, schlagen dagegen kaum zu Buche.

In vielen Kliniken werden kostengünstige Jodlösungen verwendet, obwohl es Hinweise gibt, dass Chlorhexidin einen besseren Infektionsschutz bietet. Die diesbezüglichen Studien wurden allerdings nicht im gynäkologischen Bereich durchgeführt, wo Wund­infektionen nicht nur durch Keime auf der Haut, sondern auch aus der Vagina ausgelöst werden können.

Diese Besonderheit veranlasste Methodius Tuuli von der Washington University School of Medicine und Mitarbeiter zu einer Vergleichsstudie. In den Jahren 2011 bis 2015 wurden 572 Frauen, bei denen ein Kaiserschnitt bevorstand, auf eine Desinfektion der Haut mit Chlorhexidin-Alkohol oder mit einer Jod-Alkohol-Kombination randomisiert.

Die Chlorhexidin-Lösung bestand aus 2 Prozent Chlorhexidingluconat mit 70 Prozent Isopropylalkohol. Die Jod-Alkohol-Kombination enthielt 8,3 Prozent Povidon-Jod und 72,5 Prozent Isopropylalkohol. Der primäre Endpunkt war die Häufigkeit von oberflächlichen oder tiefen chirurgischen Wundinfektionen in den ersten 30 Tagen nach dem Kaiser­schnitt. Grundlage war eine Definition der Centers for Disease Control and Prevention.

Wie Tuuli und Mitarbeiter berichten, kam es in der Chlorhexidin-Alkohol-Gruppe bei 23 von 572 Patientinnen (4,0 Prozent) zu Wundinfektionen gegenüber 42 von 575 Patientinnen (7,3 Prozent) in der Jod-Alkohol-Gruppe. Das relative Risiko betrug 0,55 und war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,34 bis 0,90 signifikant. Der Rückgang betraf sowohl die oberflächlichen Wundinfektionen (3,0 versus 4,9 Prozent) als auch die tiefen Wundinfektionen (1,0 versus 2,4 Prozent). Da die Verträglichkeit der beiden Antiseptika gleich gut war, spricht sich Studienleiter George Macones für die Verwendung von Chlorhexidin-Alkohol aus. © rme/aerzteblatt.de

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