Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Auch Blutzellen haben Riechrezeptoren

Montag, 8. Februar 2016

Bochum – Menschliche Blutzellen verfügen über Riechrezeptoren, die auf eine Substanz namens Sandalore reagieren, einen synthetischen Duft mit einer Sandelholznote. Dies könnte ein Ansatzpunkt für neue Leukämie-Therapien sein, berichten Bochumer Forscher in der Zeitschrift Cell Death Discovery (doi: 10.1038/cddiscovery.2015.70), einem Open-Access-Magazin der Nature Gruppe.

Riechrezeptoren gibt es nicht nur in der Nase, sondern in vielen Teilen des Körpers, zum Beispiel in der Leber, der Prostata oder im Darm. Die Wissenschaftler um Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum wiesen sie nun auch in menschlichen weißen Blutzellen nach.

Gemeinsam mit Forschern des Uniklinikums in Essen identifizierte die Bochumer Gruppe den Rezeptor OR2AT4 in einer kultivierten Zelllinie, die von Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie stammt. Den gleichen Rezeptor fanden sie auch in weißen Blutzellen aus frisch gewonnenem Blut von Patienten mit akuter myeloischer Leukämie. Er wird durch Sandalore aktiviert.

Geschieht dies, setzen in Blutzellen ähnliche Prozesse ein wie in den Riechzellen der Nase. Dadurch steigt die Konzentration von Kalzium-Ionen in den Zellen. Das wiederum aktiviert Signalwege, in denen Phosphatgruppen auf bestimmte Enzyme, die MAP-Kinasen, übertragen werden. Eine solche Phosphorylierung ist in der Natur ein häufiges Mittel, um die Aktivität von Enzymen zu regulieren.

Ein Folge der Rezeptoraktivierung mit Sandalore war, dass das Wachstum der Leukämiezellen zurückging und sie vermehrt abstarben. „Das könnte ein neuer Ansatzpunkt für die Therapie von Leukämien sein“, vermutet Hatt. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

10.10.17
NFAT2 bedeutender Faktor für Verlauf der chronisch lymphatischen Leukämie
Tübingen – Ein Protein namens NFAT2 ist offenbar entscheidend am Verlauf einer chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) beteiligt. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Martin Müller von der Abteilung......
24.09.17
Chronisch myeloische Leukämie: Früher tödlich, heute chronisch
Berlin – Vor dem Jahr 2001 endete die chronisch myeloische Leukämie (CML) für die Hälfte der Patienten tödlich. Heute leben mehr als 80 Prozent der Betroffenen noch zehn Jahre nach der Diagnose und......
21.08.17
Megadosis Vitamin C verhindert Leukämie im Mäusemodell
New York – Extrem hohe Dosierungen von Vitamin C, die nur bei einer intravenösen Gabe erreicht werden, können möglicherweise verhindern, dass Stammzellen im Knochenmark infolge einer häufigen Mutation......
05.08.17
FDA: Ibrutinib schwächt chronische Graft versus Host-Erkrankung
Silver Spring – Der Tyrosinkinasehemmer Ibrutinib, der zur Behandlung bestimmter Leukämien zugelassen ist, darf in den USA jetzt auch zur Behandlung einer lebensgefährlichen Komplikation bei einer......
27.07.17
Neue Forscher­gruppe will epigenetische Veränderungen in leukämischen Stammzellen analysieren
Freiburg – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Forschergruppe an der Universität und am Universitätsklinikum Freiburg zur akuten myeloischen Leukämie (AML). Die Forschergruppe......
13.07.17
Leukämie: Erste CAR-T-Zell-Therapie in den USA vor der Zulassung
Bethesda – Externe Berater haben der US-Arzneimittelbehörde FDA einstimmig die Zulassung der CAR-T-Zell-Therapie empfohlen, bei der die Patienten mit körpereigenen Abwehrzellen behandelt werden, die......
03.05.17
USA: Midostaurin zur Behandlung von AML und systemischer Mastozytose zugelassen
Silver Spring – Die US-Arzneibehörde FDA hat den Kinase-Inhibitor Midostaurin zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML) zugelassen. Der Einsatz ist auf Erwachsene beschränkt, bei denen das......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige