Ärzteschaft

Nach Norovirus-Erkrankung nicht zu schnell in den Alltag starten

Dienstag, 9. Februar 2016

Berlin – Auf den Umgang mit Norovirus-Infektionen weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin. Fast die Hälfte der im vergangenen Jahr in Deutschland registrierten 89.000 Infektionen fiel auf die Monate Januar bis März. Dabei umfasst die Zahl nur Fälle, bei denen das Magen-Darm-Virus durch eine Laboruntersuchung nachgewiesen wurde. Die tatsächliche Fallzahl liegt laut der Fachgesellschaft um ein Vielfaches höher.

Wichtig sind laut der DGVS häufiges und sorgfältiges Händewaschen. Erkrankte sollten zudem zwei Tage über das Abklingen der Symptome hinaus zu Hause bleiben. „Wenn Erkrankte zu früh wieder in Kontakt mit anderen Menschen treten, besteht ansonsten das Risiko, dass sich die Noroviren weiter ausbreiten“, erläutert Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena. Zudem gelte es, auch im Anschluss an eine Erkrankung auf sorgfältige Hygiene zu achten. „Der Körper scheidet die Viren noch über ein bis zwei Wochen aus“, so Stallmach.

Anzeige

Verdünnte Säfte, Brühe oder gezuckerter Tee können laut der DGVS die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste während der Erkrankung ausgleichen. „Kinder unter fünf und ältere Menschen über 70 Jahren erkranken nicht nur häufiger, sondern oft auch schwerer als andere Altersgruppen“, betont Stallmach. Wenn Angehörige oder Pflegende feststellten, dass sich der Allgemeinzustand eines Patienten verschlechtere, sollten sie medizinische Hilfe suchen. Wichtig sei dabei, sich in der Klinik oder der Praxis vorher anzumelden. Denn dort breite sich das Virus ansonsten weiter aus und gefährde andere.

2014 kam es laut Robert Koch-Institut in deutschen Kliniken zu 850 Norovirus-Ausbrüchen mit über 9.000 Infektionen. „Für schwerkranke Patienten in Kliniken kann eine Norovirus-Infektion lebensbedrohlich sein. Deshalb müssen Erkrankte soweit möglich isoliert werden“, so Stallmach.  © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

03.02.17
Zika: Intradermaler Impfstoff schützt Mäuse und Makaken
Philadelphia – Ein neuartiger Impfstoff aus der modifizierten Version einer Messenger-RNA hat Mäuse und Makaken bereits nach einer einmaligen intradermalen Impfung vor Infektionen mit dem Zikavirus......
09.01.17
Berlin/Kiel – Neue Daten zur Rotavirus-Impfung bei Kleinkindern hat das Robert-Koch-Institut (RKI) im Epidemiologischen Bulletin 1/2017 veröffentlicht. Sie basieren auf Abrechnungsdaten der......
09.01.17
Paris – In einem französischen Seniorenheim sind innerhalb von zwei Wochen 13 Bewohner an Grippe gestorben. Sechs weitere Bewohner des Altenheims in Lyon im Südosten des Landes liegen mit Grippe im......
05.01.17
Berlin – Das Norovirus breitet sich in diesem Winter besonders stark aus. Allein in der Woche vor Weihnachten wurden in Deutschland 5.289 Erkrankungen gemeldet, wie aus einer neuen Statistik des......
30.12.16
Magdeburg/Berlin – Eine starke Norovirus-Welle hat Sachsen-Anhalt erfasst. Allein in den beiden Wochen von Ende November bis Mitte Dezember gab es 949 Fälle, wie das Berliner Robert-Koch-Institut......
29.12.16
Erfurt – In den vergangenen Wochen haben sich deutlich mehr Menschen in Thüringen mit Noroviren infiziert. Seit Anfang November seien fast 2.800 Menschen daran erkrankt – weit mehr als doppelt so......
22.12.16
Hamburg – Nach einer Infektion mit dem Norovirus sollten Patienten nicht zu schnell wieder in ihren Alltag starten und weiterhin auf sorgfältige Hand- und Toilettenhygiene achten. Darauf hat die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige