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Zika bei Schwangeren: Gynäkologen empfehlen Ultraschall DEGUM II

Dienstag, 9. Februar 2016

dpa

Köln – Wenn bei schwangeren Reiserückkehrerinnen eine Zikavirus-Infektion nach­gewiesen wurde, ist nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) eine spezielle Ultraschalldiagnostik indiziert. „Positiv getestete Schwangere sollten zum Ausschluss einer Hirnfehlbildung  zu einer Spezialultra­schalluntersuchung der DEGUM Stufe II oder III überwiesen werden“, sagte Birgit Seelbach-Göbel, 1. Vizepräsidentin der DGGG. 

Seit September 2015 mehrten sich Berichte aus Brasilien, die Fälle von fetaler Mikrozephalie  mit einer Zikavirus-Infektion im ersten Trimenon in Zusammenhang bringen, erläuterte Seelbach-Göbel. Da bisher aus der Datenlage nicht geschlossen werden könne, ab wann sich die Infektion im Ultraschall als Mikrozephalie manifestiere, böten sich im Anschluss Ultraschallkontrollen in vierwöchigen Intervallen an.

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Welche Konsequenzen aus auffälligen Ultraschallbefunden gezogen werden könnten, unterliege einer interdisziplinären Beurteilung, sagte die Gynäkologin. Der DGGG seien bisher keine Verdachtsfälle bei Schwangeren bekannt.

Eine Zikavirus-Infektion ist vor allem in der Schwangerschaft ein Risiko – wegen möglicher Fehlbildungen des Ungeborenen. Die Erkrankung selbst verläuft unterdessen meist milde. Es sind allerdings auch Fälle des Guillain-Barré-Syndroms beschrieben.

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg rät bei Verdacht auf eine Zikavirus-Infektion grundsätzlich zur diagnostischen Abklärung – nicht nur bei Schwangeren. So solle zum Beispiel auch bei Männern, die ungeschützten Geschlechts­verkehr haben, eine Infektion ausgeschlossen werden. Denn die Möglichkeit einer sexuellen Übertragung sei beschrieben. Unklar sei aber, unter welchen Voraussetzungen eine solche Übertragung möglich ist. So gebe es keine Daten dazu, wie lange die Viren im Sperma vorhanden sein könnten.

Das Hamburger Tropeninstitut ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts die einzige Einrichtung in Deutschland die eine verlässliche Zikavirus-Serologie anbietet. Benötigt werden für die Diagnostik eine Blut- und eine Urinprobe. Zu Beginn der Erkrankung ist ein PCR-Virusnachweis möglich, später ein Antikörpernachweis. © BH/aerzteblatt.de

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