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Medizin

Luftverschmutzung in der Schwangerschaft erhöht Asthmarisiko des Kindes

Dienstag, 9. Februar 2016

Vancouver – Wenn Mütter während der Schwangerschaft erhöhten Luftschadstoffen ausgesetzt sind, erkranken ihre Kinder im Vorschulalter häufiger an Asthma. Dies kam in einer Kohortenstudie im European Respiratory Journal (2016; doi: 10.1183/13993003.00746-2015) heraus.

Von 65.254 Kindern, die zwischen 1999 und 2002 in der westkanadischen Metropole Vancouver geboren wurden, erkrankten 6.948 im Vorschulalter und weitere 1.711 im Schulalter an Asthma bronchiale. Hind Sbihi von der Universität von British Columbia in Vancouver ermittelte die Schadstoffbelastung der Mütter während der Schwangerschaft. Die Forscherin konnte einmal auf die Daten der Stadtverwaltung zurückgreifen, die an verschiedenen Standorten Messgeräte aufgestellt hat. Zum anderen kalkulierte sie die Entfernung der Wohnung von vielbefahrenen Straßen, die ein valider Parameter der Luftqualität ist.

Herauskam, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft weniger als 50 Meter von einer viel befahrenen Straße entfernt wohnten, zu 25 Prozent häufiger während der Vorschulzeit an Asthma erkrankten (adjustierte Odds Ratio, aOR 1,25; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,04-1,49). Auch für die höchsten Belastungen mit Stickstoffdioxid (aOR 1,09; 1,04-1,13), Kohlenmonoxid (aOR 1,05; 1,01-1,10) und Feinstaub (aOR 1,12; 1,05-1,19) wurden statistisch signifikante Assoziationen gefunden. Sie bestanden allerdings nur zu Asthmaerkrankungen im Vorschulalter – die Kinder waren bei der Diagnose im Mittel 2,6 Jahre alt –, nicht aber für das Schulalter (durchschnittliches Erkrankungsalter 7,0 Jahre).

Wie immer in Fall-Kontroll-Studien ist eine Assoziation nicht beweisend. Andere Faktoren, die mit den schlechteren Wohnverhältnissen in der Nähe von viel befahrenen Straßen einher gehen, könnten der eigentliche Verursacher der Erkrankung sein, auch wenn Sbihi einige Faktoren wie das Rauchen der Schwangeren oder den Mangel an Grünflächen in der Umgebung des Wohnortes als Begleitfaktoren in ihrer Analyse ausschließen konnte. © rme/aerzteblatt.de

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