NewsÄrzteschaftTraumanetzwerk bewährt sich bei Zugunglück in Bad Aibling
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Traumanetzwerk bewährt sich bei Zugunglück in Bad Aibling

Donnerstag, 11. Februar 2016

Rettungskräfte tragen am 09.02.2016 an der Unfallstelle eines Zugunglücks in der Nähe von Bad Aibling (Bayern) ein Opfer dpa

Berlin – Die enge und koordinierte Zusammenarbeit von Traumazentren in regionalen sogenannten Traumanetzwerken hat sich bei der Versorgung der Unfallopfer von Bad Aibling bewährt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hin. Bei dem schweren Zugunglück gab es zehn Tote und mehr als 80 Verletzten, 17 davon schwer.

Für die Versorgung war in diesem Fall das Traumanetzwerk München-Oberbayern-Süd zuständig. Es besteht aus vier überregionalen Traumazentren sowie aus sieben regionalen und 15 lokalen Traumazentren. Bei diesem Unglück waren das lokale Traumazentrum Bad Aibling, das regionale Traumazentrum Rosenheim und viele weitere umliegende Traumazentren beteiligt.

Anzeige

In allen Kliniken Südostbayerns sowie München wurde ein sogenannter MANV-Fall (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst. „Geplante OPs wurden überall abgesagt und damit mehrere Operationssäle, allein in Rosenheim vier, vorgehalten. Ebenso wurden die Patienten auf den Intensivstationen verlegt, um freie Intensivbetten zu schaffen, erklärte Gerd Regel, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wirbelsäulenchirurgie am RoMed Klinikum Rosenheim.

Insgesamt sei die Rettung und die Betreuung der Patienten vorbildlich gewesen, so war zum Beispiel die zentrale Notaufnahme im regionalen Traumazentrum RoMed Klinikum Rosenheim innerhalb von 15 Minuten für den Einsatz leergeräumt.

„Das Zugunglück verdeutlicht, dass die teilnehmenden Kliniken des Traumanetzwerks München-Oberbayern-Süd adäquat vorbereitet waren“, zog der Sprecher des Netzwerkes, Wolfgang Böcker, ein Fazit. Verlegungen von Schwerverletzten in überregionale Traumazentren seien zunächst nicht notwendig gewesen. „Nach der Leitstellenalarmierung hatten wir uns am Klinikum Großhadern auf das Schlimmste vorbereitet und neun Behandlungsteams mit entsprechenden OP- und Intensiv­kapazitäten zusammengestellt“, berichtet er.

Die Traumanetzwerke der DGU sehen drei Versorgungsstufen vor: Überregionale Traumazentren verfügen über die Kompetenz zur Behandlung besonders schwerer, komplexer oder seltener Verletzungen, die regionalen Traumazentren bieten eine umfassende Notfallversorgung in einem breiten Leistungsspektrum und die lokalen Traumazentren sichern die unfallchirurgische Grund-und Regelversorgung. Um regional eine bestmögliche Versorgung zu sichern, kooperieren Traumazentren verschiedener Versorgungsstufen innerhalb eines Traumanetzwerks.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2018
Freiburg – Studierende des Universitätsklinikums Freiburg können mithilfe von virtueller Realität in einem neuen Simulationszentrum unter anderem minimalinvasive Eingriffe wie Kniespiegelungen oder
Simulations- und Trainingszentrum an Uniklinik Freiburg eröffnet
11. Oktober 2018
Düsseldorf – Das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) plant nach Worten von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) einen flächendeckenden Einsatz von Tele-Notärzten. „Nicht bei jedem akuten Notfall
NRW will Tele-Notärzte flächendeckend einführen
18. September 2018
Göttingen/Hamburg – Ärzte und Experten für Medizindidaktik der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben ein Computerspiel entwickelt, das die
Virtuelle Notaufnahme ist ein effektives Lernformat
7. September 2018
Paderborn – Zum morgigen Tag der Ersten Hilfe machen die Malteser darauf aufmerksam, wie leicht ein Leben zu retten ist. „Notärzte sind heilfroh, wenn die Patienten in den ersten Minuten vom
Malteser wollen Angst vor Erster Hilfe nehmen
5. September 2018
Schwerin – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Mecklenburg-Vorpommern beklagt eine mangelnde Bereitschaft in der Bevölkerung, die Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. „Das Angebot an Kursen
Deutsches Rote Kreuz sieht Defizite bei Erster Hilfe
21. August 2018
Köln – In Rettungsdienstbereichen mit kürzeren Hilfsfristen überleben mehr Patienten einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Die spätere Entlassungsrate wird zudem deutlich beeinflusst durch eine
Schnelle Hilfe erhöht Überlebenschance nach plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand
7. August 2018
München/Wiesbaden/Berlin – Anaphylaktische Reaktionen nehmen weltweit zu. Das belegen Zahlen für Europa, USA und Asien. Die Akutbehandlung mit Adrenalin bei dieser allergischen Sofortreaktion bewerten
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER