Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Fachgesellschaft sieht psychisch Kranke durch Asylpaket II benachteiligt

Freitag, 12. Februar 2016

dpa

Berlin – Nach Einschätzung der  Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) werden die Rechte psychisch Kranker Asylbewerber im Asylpaket II nicht ausreichend berücksichtigt. Sie forderte deshalb umfassende Korrekturen an dem neuen Gesetzesentwurf.

Das Asylpaket II sieht vor, dass künftig nur noch lebensbedrohliche und schwer­wiegende Erkrankungen eine Abschiebung verhindern können. Psychische Erkran­kungen wie Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) gehören dabei in der Regel nicht dazu.

Dabei sei eine therapeutische Behandlung bei schweren psychischen Erkrankungen wie der PTBS unverzichtbar. „Der Gesetzesentwurf verkennt die Schwere dieser Krankheitsbilder. Ohne professionelle Hilfe besteht für die Betroffenen nicht nur die Gefahr einer Chronifizierung, sondern auch einer erheblichen Selbstgefährdung“, warnte DGPPN-Präsidentin Iris Hauth. Zudem führe eine Traumatisierung häufig zu Depressionen, Angststörungen und Suchterkrankungen, die das Suizidrisiko drastisch erhöhen.

Die DGPPN-Präsidentin kritisierte zudem, dass der bisherige Gesetzesentwurf psychische Erkrankungen verharmlose und betroffene Menschen stigmatisiere. So würden entsprechende Krankheitsbilder darin aus „schwer diagnostizier- und überprüfbar“ diskriminiert. „Die Diagnose von psychischen Erkrankungen ist heute genauso zuverlässig wie die Diagnostik vieler körperlicher Erkrankungen“, so Hauth. Der Gesetzesentwurf erwecke jedoch den Eindruck, dass Asylsuchende psychische Erkrankungen regelmäßig als Abschiebungshindernis vortäuschen würden. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.09.17
Onlineprogramme sollten bei psychischen Erkrankungen stärker genutzt werden
Leipzig – Forscher wollen den Einsatz von Onlineprogrammen bei psychischen Erkrankungen beschleunigen. Während Depressionen und andere psychische Erkrankungen inzwischen häufiger als früher erkannt......
18.09.17
Psychische Krankheiten am Arbeitsplatz erkennen und bekämpfen
München – Angesichts der steigenden Anzahl psychischer Erkrankungen hat die ehemalige Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Rita Süßmuth eine bessere Vernetzung von Betriebsärzten, Psychologen,......
07.09.17
Ärzte ohne Grenzen prangert Lage in libyschen Flüchtlingslagern an
Rom/Brüssel – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat den EU-Staats- und Regierungschefs eine Mitschuld am Schicksal unzähliger Flüchtlinge in Gefangenenlagern in Libyen vorgeworfen. „Die Lager......
04.09.17
Hilfsorganisation Moas beendet Einsatz im Mittelmeer
Rom – Die Hilfsorganisation Moas beendet ihren Einsatz im Mittelmeer zur Rettung von Migranten. Die maltesische Organisation kündigte heute an, stattdessen der verfolgten muslimischen Minderheit......
01.09.17
Wie die Pflegeberatung Familien mit Migrations­hintergrund erreichen kann
Frankfurt am Main – Zugewanderte Menschen in Deutschland nutzen die Angebote der Pflegeberatung nur wenig. Diese bieten Familien, in denen ein Pflegebedarf auftritt, eine kostenlose, neutrale,......
30.08.17
Derzeit keine Todesopfer auf Mittelmeer-Route
Genf – Auf der Route von Migranten über das Mittelmeer sind fast drei Wochen ohne Meldung von Todesopfern vergangen. Das berichtete die Organisation für Migration (IOM) gestern in Genf. In diesem Jahr......
29.08.17
Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes sehr gefragt
Berlin – Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Suchdienst des Deutsche Roten Kreuzes (DRK) ein Rettungsanker, um Familienangehörige wiederzufinden. Noch immer ist der Dienst gefragt. Heute hilft er......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige