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Politik

Experten fordern im Gesundheitsausschuss mehr Geld für Kinderkliniken

Donnerstag, 18. Februar 2016

Berlin – Die stationäre Versorgung von Kindern ist sehr aufwendig und unterscheidet sich stark von der Erwachsenenmedizin. Das haben verschiedene Gesundheitsexperten gestern im Gesundheitsausschuss des Bundestages betont. Sie wiesen darauf hin, dass viele Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland mit Personalmangel und einer latenten Unterfinanzierung kämpften.

Jochen Scheel, Geschäftsführer der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GKinD), rechnete im Ausschuss vor, dass eine kleine Kinderabteilung mit knapp zwölf Vollkräften, spezialisierten Ärzten und Pflegern sowie Präsenzdiensten leicht auf Fixkosten in Millionenhöhe komme. Um die hohen Gesamt­kosten auszugleichen, seien mindestens 2.000 zu behandelnde Fälle in der Kinderab­teilung nötig, alles darunter sei unwirtschaftlich. Scheel forderte neben den nicht kostendeckenden Fallpauschalen (DRG) eine zusätzliche Vergütungskomponente für Kinderabteilungen, um die spezialisierte medizinische Versorgung von Kindern flächendeckend zu erhalten.

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Christian Jacobs vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) wies daraufhin, dass die Fallpauschalen angepasst werden könnten. So gebe es neuerdings in der Kinderonkologie für sogenannte Langlieger ab dem achten Tag eine hohe ergänzende Finanzierung.

Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hatte schon im Sommer 2014 zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der GKinD gefordert, bei der anstehenden Krankenhausreform besonderes Augenmerk auf die Sicherung der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in den Kliniken zu setzen. „Wenn wir das hohe Versorgungsniveau in der Kinder und Jugendmedizin erhalten wollen, brauchen wir dringend eine Neuregelung der Finanzierungssystematik und endlich wirksame Maßnahmen zur Bekämpfung des Ärztemangels in der Pädiatrie“, sagte der Präsident der BÄK, Frank Ulrich Montgomery. © hil/aerzteblatt.de

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