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Ärzteschaft

Marburger Bund fordert sichere IT-Infrastruktur in Krankenhäusern

Donnerstag, 18. Februar 2016

dpa

Berlin – Nach zwei sogenannten Cyber-Attacken auf Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen hat der Marburger Bund (MB) gefordert, Krankenhäuser müssten ihrer IT-Sicherheit „größte Aufmerksamkeit“ widmen. Dazu gehörten auch entsprechende Schulungen des Krankenhauspersonals. „Alle Nutzer sollten regelmäßig auf Schutz­maßnahmen bei den von ihnen verwendeten Endgeräten aufmerksam gemacht werden und nicht erst, wenn bereits Probleme aufgetreten sind“, sagte der zweite Vorsitzende des MB, Andreas Botzlar, angesichts der zunehmenden Attacken mit sogenannter Malware, die häufig in E-Mail-Anhängen getarnt ist.

Mitte Februar war zunächst das Lukaskrankenhaus in Neuss ins Visier von Cyber­kriminellen geraten. Nachdem ein Virus das Rechensystem der Klinik infiziert hatte, stellte das Haus seine gesamte Informationstechnik ab und verschob Operationen. Patientenwohl und stationäre Versorgung waren laut der Klinik aber zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Wenige Tage später traf es das Klinikum Arnsberg im Sauerland. Der betroffene Server wurde abgeschaltet, dann das komplette System heruntergefahren.

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Der MB regte jetzt an, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) spezielle Handlungsempfehlungen zur Cyber-Sicherheit in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen erarbeitet. Grundsätzlich müssten Krankenhäuser eine besonders gut gesicherte IT-Infrastruktur vorhalten, die Cyber-Angriffen standhalte und Patientendaten und Medizingeräte vor Fremdzugriffen umfassend schütze, so Botzlar.

„Wer hier an der falschen Stelle spart, hat im Falle eines ausgeprägten Virenbefalls seiner Computersysteme nicht nur höhere Kosten zu tragen, sondern gefährdet unter Umständen Sicherheit und Gesundheit seiner Patienten“, betonte der MB-Vize. © hil/aerzteblatt.de

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