Hochschulen

Bei Krebs körpereigenes Immunsystem gezielt aktivieren

Montag, 22. Februar 2016

Bonn – Auf ihren immunonkologischen Schwerpunkt hat die Uniklinik Bonn hingewiesen. Die Klinik für Hämatologie und Onkologie und Rheumatologie hat dazu jetzt auch eine Spezialsprechstunde eingerichtet.

Immer wieder gelingt es Tumorzellen, das Immunsystem zu umgehen. Sie machen sich für das Abwehrsystem unsichtbar oder sie senden Signale aus, die die Immunabwehr abschalten. Die Schalter sind dabei Immunkontrollpunkte, auch Checkpoints genannt, die eine übermäßige Aktivität angreifender Immunzellen verhindern. So genannte Checkpoint-Inhibitoren, die als Bremse wirkende Kontrollpunkte im Immunsystem wieder lösen, sind laut der Uniklinik neue Hoffnungsträger in der Therapie. Sie lösen die „Bremsen“ der Immunzellen, die dann das Tumorgewebe attackieren können.

Anzeige

„Am Beispiel des Melanoms hat es sich gezeigt, dass das Prinzip der Checkpoint-Inhibitoren funktioniert“, sagt Peter Brossart, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Bonn. Antikörper wie Nivolumab und Pembrolizumab blockierten einen Checkpoint und unterbänden so eine Wechselwirkung der Tumor­zellen mit den Immunzellen. „Die zum Teil über Jahre andauernde und Krebsarten übergreifende Wirksamkeit ist die Besonderheit dieser Therapieform“, betont Brossart. Neben Haut- und Lungenkrebs komme die Checkpoint-Blockade unter anderem bei Blasen-, Nieren und Brustkrebs zum Einsatz.

Aber auch bei der Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren könnten Nebenwirkungen wie Juckreiz, Durchfall, Entzündungen, Stoffwechselstörungen und Autoimmunerkrankungen auftreten. „Wenn Nebenwirkungen auftreten, können diese gravierend sein. Doch früh erkannt, kann ein erfahrener Arzt gut gegensteuern“, erläutert Brossart. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.02.17
Boston – Der PD-1-Inhibitor Pembrolizumab hat in einer Phase 3-Studie die Überlebenszeit von Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkarzinom in der Second-Line-Therapie um fast drei Monate verlängert.......
21.02.17
Portland/Oregon – Der gastrointestinale Stromatumor (GIST), ein unheilbares Sarkom, das früher innerhalb kurzer Zeit zum Tod führte, kann heute langfristig mit dem Kinase-Inhibitor Imatinib......
15.02.17
Würzburg – Mit der Aktion „Dein Immunsystem wird Deine Waffe gegen Krebs“ hat der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ innerhalb von rund neun Monaten über eine Million Euro gesammelt. Er möchte damit......
15.02.17
Hamburg – Krebspatienten sollen in allen sieben Hamburger Asklepios-Kliniken künftig von einem virtuellen Tumorzentrum betreut werden. Zu dem Zentrum gehören mehr als 200 Chef- und Oberärzte der......
09.02.17
Gwangju/ -Eine Krebsbehandlung der Zukunft könnte darin bestehen, den Patienten Salmonellen in die Venen zu injizieren, die vorher im Labor mit dem Gen eines Cholera-Erregers versehen wurden. Bei......
02.02.17
Prostatakarzinom: Hormontherapie verlängert Leben bei PSA-Rezidiv nach Radiotherapie
Boston – Eine zweijährige Behandlung mit dem Antiandrogen Bicalutamid kann bei Männern, die nach einer radikalen Prostatektomie ein PSA-Rezidiv erlitten haben, die Effektivität einer Radiotherapie......
17.01.17
Leukämie: Wissensdatenbank könnte Therapieplanung verbessern
Hinxton/Ulm – Eine Wissensdatenbank, die die genetischen Merkmale von Krebszellen mit den Behandlungsergebnissen früherer Patienten kombiniert, könnte die Therapieentscheidungen bei künftigen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige