Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Preisbildung bei Arzneimitteln Top-Thema des Deutschen Ärztetages

Montag, 22. Februar 2016

fotolia

Berlin – Die Preisbildung bei Arzneimitteln wird ein Hauptthema des diesjährigen Deutschen Ärztetages im Mai in Hamburg. Das kündigte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, an. „Wir werden dort über Transparenz bei der Preisbildung sprechen und auch darüber, inwieweit die Preise am Patientennutzen orientiert sind“, sagte der BÄK-Präsident heute gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus.

Anfang Februar hatte der BÄK-Präsident umrissen, welche Themen 2016 aus Sicht der Ärzteschaft besonders wichtig sind. Neben der Arbeit an der Amtlichen Gebühren­ordnung für Ärzte (GOÄ) seien dies das so genannte Anti-Korruptionsgesetz, die Flüchtlingsversorgung und die Preisbildung bei neuen, innovativen Arzneimitteln. Er kritisierte, Deutschland sei „ein absolutes Hochpreisland für Arzneimittel“.

Im Interview mit dem Focus wies Montgomery jetzt daraufhin, dass Krebsmedikamente im Jahr 2014 mit 4,7 Milliarden Euro die umsatzstärkste Wirkstoffgruppe im Arzneimittel­markt der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung waren. Häufig seien diese als „Orphan Drug“, also als Mittel für seltene Krankheiten, eingestuft. Laut der aktuellen Gesetzes­lage gilt ihr Zusatznutzen zunächst per se als gegeben. Sie würden daher oft weniger gründlich in klinischen Studien geprüft. „Es stelle sich die Frage, „ob wir akzeptieren sollten, dass so viel Geld aus unserem solidarisch finanzierten Gesundheitssystem herausgepresst wird“, sagte der BÄK-Präsident.  

Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) sind im vergangenen Jahr gegenüber 2013 um fünf Prozent auf 32,9 Milliarden Euro gestiegen. Das hat die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände gemeldet.

Nach Recherchen des Deutschen Ärzteblattes kamen 2014 46 Arzneimittelwirkstoffe neu auf den deutschen Markt. Rekordverdächtig ist, dass bei acht Wirkstoffen eine Packung mehr als 10.000 Euro kostet.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

15.09.17
Marktanalyse: Moderater Anstieg des Arzneimittelumsatzes im ersten Halbjahr
Berlin – Der Umsatz von Arzneimitteln auf dem deutschen Apothekenmarkt ist im ersten Halbjahr 2017 um 3,5 Prozent auf 26,6 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus Analysen des......
14.09.17
Kassen sparen jährlich Milliarden durch Arzneimittel-Fest­beträge
Berlin – Die Krankenkassen sparen durch Arzneimittel-Festbeträge pro Jahr rund 7,8 Milliarden Euro. Darauf hat heute der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) anlässlich einer Jahresbilanz zu den......
12.09.17
Entwicklung neuer Krebsmedikamente günstiger als behauptet
New York – Die Entwicklung eines neuen Krebsmedikaments kostet nicht 2,7 Milliarden US-Dollar, wie Lobbyisten dem US-Präsidenten kürzlich versicherten, sondern „nur“ etwa 650 Millionen. Der......
11.09.17
Preisbindung für Arzneimittel gilt uneingeschränkt
Münster – Apotheker dürfen ihren Kunden beim Kauf von preisgebundenen Medikamenten keinen Gutschein schenken. Das gilt auch für eine Kuschelsocke, in der ein Verstoß gegen die Preisbindung bei......
25.07.17
Hepatitis-C-Medika­mente: Pharmaverband kritisiert Prognosen zum Kostenanstieg
Berlin – Die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa), Birgit Fischer, hat die Ausgabenprognosen kritisiert, die vor der Einführung der neuen......
06.07.17
Wie die Monopolbildung die Preise für Generika in die Höhe treibt
Gainesville/Florida – Nicht nur Originalpräparate belasten das Budget der Krankenkassen. Auch bei Generika kann es zu deutlichen Preissteigerungen kommen, wenn die Zahl der Anbieter sinkt. Eine Studie......
29.06.17
Arzneimittelpreise: Ärzte und Industrie sehen Gesetzgeber in der Verantwortung
Berlin – Nach dem gestrigen Urteil des Landessozialgerichtes (LSG) Berlin-Brandenburg zu Mischpreisen bei neuen Arzneimitteln haben Ärzte und Arzneimittelhersteller rechtliche Klarheit gefordert. Das......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige