Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Patientenzahlen in Orthopädie und Unfallchirurgie sollen ab 2040 sinken

Montag, 22. Februar 2016

Berlin – Aufgrund des demografischen Wandels werden die Patientenzahlen in der Orthopädie und Unfallchirurgie in den kommenden Jahren ansteigen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rechnet bei den Volkskrank­heiten Arthrose und Osteoporose mit einem Anstieg um 18 beziehungsweise 25 Prozent. „Die Orthopädie und Unfallchirurgie wird eines der wenigen Fächer sein, das durch die alternde Bevölkerung erheblich mehr Versorgungslast zu tragen hat“, sagte der Präsident der Fachgesellschaft Reinhard Hoffmann.

Für die langfristige Entwicklung verweist die DGOU auf eine Studie, die jetzt in der Zeitschrift Der Orthopäde erschienen ist (doi:10.1007/s00132-015-3176-y). Danach soll die Patientenzahl ab 2040 wieder sinken.

Die Autoren der Studie haben anhand von Daten des Forschungsdatenzentrums des Bundes und der Länder und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK die Inanspruch­nahme von Leistungen bei vier ausgewählte häufige orthopädisch-unfallchirurgische Erkrankungsgruppen analysiert: bei Arthrose, Rückenschmerz, Osteoporose und Trauma.

Mittels der Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes haben sie den Versorgungsbedarf bis 2050 prognostiziert und durch die Ärztestatistik der Bundes­ärzte­kammer die Anzahl notwendiger ärztlicher Leistungserbringer ermittelt. Danach werden die Arzt-Patienten-Kontakten bei Arthrose, Osteoporose und Trauma ansteigen. Von 2040 bis 2050 sinke dagegen die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen bei allen analysierten Erkrankungen.

Die DGOU berät nach eigenen Angaben im Augenblick, ob mehr Ärzte in dem Fach ausgebildet werden müssten oder ob es andere Möglichkeiten gebe, der vorübergehenden Zunahme von Patienten gerecht zu werden.

Zwei Szenarien möchte die Fachgesellschaft dabei verhindern: Lange Wartezeiten auf Behandlungs- und OP-Termine beziehungsweise später einen Ärzteüberschuss, wenn die geburtenschwachen Jahrgänge wirksam werden. „Konzepte, die bessere Absprachen zwischen niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten ermöglichen, sind besonders geeignet, die Herausforderungen der demografischen Veränderungen zu meistern“, hieß es aus der DGOU.  © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24.04.17
Steigende Arztzahlen können Behandlungsbedarf nicht kompensieren
Berlin – Die Zahl der Ärzte in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent gestiegen. Das geht aus der neuen Ärztestatistik der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hervor. Demnach waren im Bundesgebiet im......
09.03.17
Dresden – In Sachsen gab es Ende 2016 17.303 Ärzte, die in ihrem Beruf tätig waren und damit 373 mehr als ein Jahr zuvor. „Aus dem Anstieg der absoluten Zahlen kann nicht geschlussfolgert werden, dass......
03.03.17
Berlin – Mehr als 10.000 Ärzte, die im ambulanten Bereich angestellt arbeiten, erhalten in der kommenden Woche Post von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Mit der darin enthaltenen......
31.01.17
Münster – In Westfalen-Lippe haben im vergangenen Jahr so viele Ärzte eine Facharztprüfung Allgemeinmedizin abgelegt wie seit zehn Jahren nicht: 73 Medizinerinnen und 41 Mediziner. Das sind rund 40......
10.01.17
München – Die Zahl der Ärzte in Bayern ist vergangenes Jahr auf einen Rekordwert gestiegen. Mit mehr als 62.000 berufstätigen Ärzten im Freistaat stieg der Wert im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei......
05.10.16
Berlin – In Deutschland werden bis 2030 rund 4.800 ambulant tätige Ärzte und 1.500 Ärzte in Kliniken fehlen. Davon geht die Arztzahlprognose aus, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in......
26.08.16
Jeder elfte Arzt arbeitet in einem Medizinischen Versorgungszentrum
Berlin – Jeder elfte Arzt aus der ambulanten Versorgung arbeitet in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unter Berufung auf die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige