Ärzteschaft

Neues Gesundheitsheft für minderjährige Flüchtlinge in Baden-Württemberg

Mittwoch, 24. Februar 2016

Stuttgart – Ein Gesundheitsheft für minderjährige Flüchtlinge hat die Landesärzte­kammer Baden-Württemberg herausgegeben. Das Heft soll Kinder- und Jugendärzten, Allgemeinärzten beziehungsweise anderen Fachärzten als Dokumentationshilfe dienen und ist zusammen mit dem Impfausweis und der Versichertenkarte bei allen Arztbe­suchen mitzubringen. Die Kammer möchte damit den Flüchtlingen, ihren Eltern oder Betreuern nach eigenen Angaben den Weg durch die Institutionen erleichtern und medizinische Befunde zusammenfassen.

Das „Gesundheitsheft Baden-Württemberg“ basiert auf dem „Bremer Gesundheitsheft“, das der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (Landesverband Bremen) und das Gesundheitsamt Bremen herausgegeben haben. Der Ausschuss „Kinder und Jugendliche“ der Landesärztekammer Baden-Württemberg hat das Heft überarbeitet und an die baden-württembergischen Verhältnisse angepasst.

Anzeige

Die Landesärztekammer hat das Heft allen Jugendämtern in Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt, da diese in der Regel den ersten Kontakt mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen haben. Die übrigen minderjährigen Flüchtlinge sollen das Heft bei den Erstuntersuchungen erhalten.

Ein ähnliches Projekt startet im Augenblick in Rheinland-Pfalz. Dort hatte die Landes­regierung angekündigt, den medizinischen Status neu ankommender Flüchtlinge – nicht nur Minderjähriger – in einem neuen sogenannten Gesundheitspass zu dokumentieren. „Zur optimalen medizinischen Versorgung von Flüchtlingen gehört auch die umfassende Dokumentation von Befunden und Therapiemaßnahmen, die eine nachhaltige Behandlung sicherstellt und Doppeluntersuchungen vermeiden hilft“, sagte Rheinland-Pfalz Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) bei der Vorstellung des Gesundheitspasses.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

28.02.17
Köln – Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat vor den Gefahren für geflüchtete Kinder auf der Route von Nordafrika in Richtung Europa gewarnt. Kinder und Jugendliche seien dabei „regelmäßig sexueller......
24.02.17
Erfurt – In Thüringen haben immer mehr Flüchtlinge eine elektronische Gesundheitskarte für den Arztbesuch. 6.800 Karten seien mittlerweile von den Krankenkassen ausgegeben worden, sagte......
14.02.17
Frankfurt – Die Landesärztekammer Hessen warnt vor Bestrebungen der Politik, Flüchtlinge voreilig abzuschieben. Hintergrund ist der jüngst vorgestellte 16-Punkte-Plan der Bundesregierung zur......
13.02.17
Jena/Erfurt – Krank und ohne Ausweis in Deutschland: Mit 230.000 Euro fördert das Sozialministerium in Thüringen in diesem Jahr den Aufbau einer medizischen Versorgungs- und Vermittlungsstelle für......
03.02.17
USA: Sind Migranten die besseren Ärzte?
Boston – Die Krankenhaussterblichkeit von älteren Patienten ist in den USA niedriger, wenn sie von Internisten mit Migrationshintergrund betreut wurden, die ihre Ausbildung im Ausland absolviert......
23.01.17
Erfurt – Mehr Flüchtlinge erhalten in Deutschland seit Jahresbeginn eine elektronische Gesundheitskarte. Der Streit um die Kosten ist für die Kommunen nach wie ein wichtiger Aspekt in der Debatte. In......
20.01.17
Dresden – Die Sächsische Landesärztekammer hat eine Broschüre vorgestellt, die Asylsuchenden die Abläufe im deutschen Gesundheitswesen erläutert. Sie richtet sich an Neuankömmlinge bis zur Anerkennung......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige