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Ärzteschaft

Niedergelassene Chirurgen beklagen Rahmenbedingungen ihres Berufs

Dienstag, 1. März 2016

fotolia

Nürnberg – Als „Traumberuf mit abschreckenden Rahmenbedingungen“ sehen Chirur­gen ihre Profession. Das wurde auf der Bundeskongress Chirurgie deutlich, der vom 26. bis 28. Februar in Nürnberg stattfand.

Matthias Krüger, Beauftragter für Nachwuchsförderung des Berufsverbands Deutscher Chirurgen (BDC) warb dort mit deutlichen Vorzügen für sein Fach: „Chirurgie ist multiprofessionell und interdisziplinär. Wer sich für das Herz-Kreislauf-System interessiert, wählt die Kardiochirurgie. Wer gern mit Kindern arbeitet, geht in die Kinderchirurgie. Wen die inneren Organe faszinieren, der wird Viszeralchirurg“, sagte er. Außerdem seien die Karrierechancen von Chirurgen an deutschen Kliniken ausge­sprochen gut.

Politik greift immer mehr in die ärztliche Selbstverwaltung ein
Allerdings sind viele Chirurgen mit den Rahmenbedingungen ihres Berufes zunehmend unzufrieden, wie die politischen Sitzungen des Kongresses verdeutlichten. „Mit einer Fülle von Gesetzen, die nicht zu Ende gedacht sind und in immer schnelleren Takt verabschiedet werden, greift die Politik immer stärker in unsere ärztliche Selbstver­waltung ein“, kritisierte der Vorsitzende des Berufsverbands Niedergelassener Chirurgen (BNC), Christoph Schüürmann. 

Zudem seien etliche Gesetzesinhalte widersprüchlich: So passe die neu eingeführte Regelung, nach der Arztpraxen in rechnerisch überver­sorgten Gebieten aufgekauft werden und damit vom Markt verschwinden sollen, nicht zu den parallel installierten Terminservicestellen, die Patienten bei dringlichen Überweisungen einen Facharzttermin binnen vier Wochen vermitteln müssen.

Hygiene kostet Geld
Kritik gab es auf dem Kongress auch an der mangelnden Vergütung für verschärfte Hygiene- und Qualitätsrichtlinien. Der Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO) kündigte gemeinsam mit dem BNC, dem BDC und dem Anästhesienetz Deutschland (AND) an, die Bevölkerung und die Politik in einer neuen politischen Kampagne dafür zu sensibilisieren, dass Hygiene und Dokumentation nicht nur viel Zeit sondern auch Geld kosteten. © hil/aerzteblatt.de

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