NewsPolitikMedizinstudierende besser auf das Patientengespräch vorbereiten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Medizinstudierende besser auf das Patientengespräch vorbereiten

Dienstag, 1. März 2016

dpa

Heidelberg – Das Medizinstudium soll angehende Ärzte künftig besser auf das Gespräch mit den Patienten vorbereiten. Dafür soll ein Mustercurriculum für Arzt- Patient-Kommunikation sorgen, das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) jetzt in Heidelberg vorgestellt hat. „Je besser das Arzt-Patienten-Gespräch gelingt, umso eher sind Patienten in der Lage, aktiv am Genesungsprozess mitzuarbeiten“, sagte Gröhe vor den Vertretern aller 37 Medizinfakultäten in Deutschland. „Ein einfühlsames und verständliches Arzt-Patienten-Gespräch kann dazu beitragen die Behandlung bei einer Krebserkrankung, aber auch bei vielen anderen Erkrankungen zu verbessern“, betonte der Minister.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Erarbeitung des Mustercurriculums im Rahmen des nationalen Krebsplans gefördert. Das Symposium in Heidelberg Ende Februar war der offizielle Auftakt zu dessen Implementierung.

Anzeige

Seit 2012 ist die Arzt-Patient-Kommunikation offiziell Gegenstand der Lehre und der abschließenden Staatsprüfung. Im Juni 2015 hat der Medizinische Fakultätentag einen nationalen kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin verabschiedet, in dem Lernziele für die ärztliche Gesprächsführung formuliert sind. An diesem Katalog sowie an Best-Practice-Beispielen orientiert sich das Mustercurriculum Kommunikation in der Medizin.

„Der Stand der Ausbildung in ärztlicher Gesprächsführung ist an den medizinischen Fakultäten bisher sehr heterogen – was sich auch in den kommunikativen Kompetenzen der Ärzte in Deutschland widerspiegelt. Daher gilt es, möglichst einheitliche Standards zu etablieren und die medizinischen Fakultäten dabei zu unterstützen, die gemeinsam erarbeiten Lernziele mit Hilfe von Best Practice-Beispielen in Lehre und Prüfung ihrer Curricula einzubinden“, erklärte Jana Jünger, Oberärztin an der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik am Universitätsklinikum Heidelberg auf dem Symposium.

Ihre Arbeitsgruppe hat bundesweit die besten Übungen und Trainingsmöglichkeiten gesammelt und stellt diese auf einer Online-Plattform zusammen. „Mit Hilfe dieser praxistauglichen Vorschläge können die Fakultäten ihre eigenen Lehrpläne ressourcensparend und entsprechend der vorhandenen Möglichkeiten ausbauen“, so Jünger. In Zukunft soll das Kommunikationstraining mit speziell geschulten Schauspielern und am Patientenbett die angehenden Mediziner während ihres gesamten Studiums begleiten. Insgesamt sind 300 Unterrichtseinheiten für das Gesprächstraining vorgesehen.

Vertreter der Institutionen, die an der ärztlichen Aus-, Weiter- und Fortbildung teilhaben, verabschiedeten im Rahmen der Veranstaltung die „Heidelberger Erklärung“. Sie bekunden damit ihre Absicht, sich bundesweit für eine Förderung der © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Februar 2020
Karlsruhe – Das Oberlandesgericht Karlsruhe (OLG) hat einer Frau nach der Geburt ihres schwerbehinderten Kindes Schmerzensgeld zugesprochen, weil die behandelnden Ärzte die Mutter während der
Schmerzensgeld nach Geburt von schwerbehindertem Kind
19. Februar 2020
Köln – Wer das Internet nach Krankheitssymptomen durchsucht, steigert damit seine Sorgen über die eigene Gesundheit. Das konnte ein Team um Alexander Gerlach, Professor am Lehrstuhl für Klinische
Cyberchondriasis: Dr. Google schürt Sorgen
29. November 2019
Berlin – Der Erfolg eines endoprothetischen Eingriffes hängt auch von der Compliance der Patienten ab. Das betonte Rudolf Ascherl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE), gestern
Endoprothetik: OP-Risiken minimieren ist auch Patientensache
5. November 2019
Berlin – Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung glaubt, dass in Arztpraxen und Krankenhäusern medizinisch überflüssige Leistungen erbracht werden. Dieses Bewusstsein für das Thema Überversorgung
Überversorgung ist ein Problem, „aber nicht bei mir“
22. Oktober 2019
Hanover – Patienten haben weniger Schmerzen, wenn ihre Ärzte selbst an die Wirksamkeit der Behandlung glauben. Das geht aus einer Studie in Nature Human Behaviour hervor. Demnach spiegele sich die
Erwartungen des Arztes beeinflussen Schmerzempfinden von Patienten
16. September 2019
Bochum – Medizinstudierende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sollen künftig psychiatrische Untersuchungsgespräche mit sogenannten Avataren üben. Sie erhalten dazu eine Virtual-Reality-Brille und
Medizinstudierende üben psychiatrische Patientengespräche mit Avataren
21. August 2019
Dresden – Das Herzzentrum des Universitätsklinikums Dresden hat ein Pilotprojekt gestartet, um Patienten besser zu informieren. Im Rahmen des Projektes übergibt die Einrichtung ihren Patienten ab
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER