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Medizin

Gen könnte saisonale Depression begünstigen

Dienstag, 1. März 2016

San Francisco – Menschen, die in der Winterzeit schwermütig werden, könnten auf Grund ihrer genetischen Prädisposition anfällig für sogenannte saisonale Depressionen sein. Ying-Hui-Fu und Forscher der University of California-San Francisco untersuchten an Mäusen den Einfluss eines Gens, welches bei Menschen zu genetisch bedingten Schlafstörungen führt. Sie berichten in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (doi: 10.1073/pnas.1600039113).

Mit Anbruch der Herbst- und Winterzeit leiden viele Menschen vermehrt unter depressiven Verstimmungen oder entwickeln sogar eine manifeste Depression. Der Grund hierfür ist nicht eindeutig geklärt. Einige Wissenschaftler vermuten, dass der Mangel an natürlichem Sonnenlicht zu der Depression führt. Die natürliche zirkadiane Rhythmik der Patienten gerate aus dem Takt und könnte so eine Depression begünstigen.

Die Forscher der aktuellen Studie untersuchten zuvor Patienten mit dem sogenannten vorverlagerten Schlafphasensyndrom (ICD-10: G47.22). Die Betroffenen gehen in der Regel abends zwischen acht und neun Uhr ins Bett, um dann bereits zwischen vier und fünf Uhr morgens wieder zu erwachen.

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In ihrer Studie identifizierten die Forscher bei drei Patienten eine Mutation des Gens PER3. Patienten mit der genetischen Variante litten nicht nur an der Schlafstörung, sondern auch an saisonalen Depressionen. PER3 wird im Nucleus suprachiasmaticus exprimiert. In diesem Kerngebiet wird unter anderem die zirkadiane Rhythmik von Säugetieren reguliert. Die Funktion des Gens ist laut den Autoren bisher jedoch unklar. 

Die Forscher transferierten die mutierten Variante des Gens in Mäuse und setzten sie täglich nur vier Stunden Tageslicht aus. Die verkürzte Lichtexposition löste bei den Mäusen depressionsähnliche Symptome aus. Dies zeigte sich bei den Mäusen zum Beispiel in Form von schneller Aufgabe in stressigen Situationen. Mäuse, bei welchen die Forscher PER3 völlig ausschalteten, zeigten die stärksten depressionsartigen Symptome. Durch in vitro Untersuchungen stellten die Forscher fest, dass durch das mutierte Allel weniger Genprodukt synthetisiert wird. Demnach könnte ein relativer Mangel des PER3-Proteins zu den Symptomen geführt haben.

Die Untersuchungen geben nach Ansicht der Wissenschaftler erste Hinweise auf die genetischen Grundlagen der saisonalen Depression. Unklar bleibe jedoch nach wie vor, welche Funktion das Gen konkret erfüllt und inwiefern die gefundenen Verhaltens­änderungen im Tiermodell auf die komplexe Entstehung von Depressionen beim Menschen übertragbar sind. © hil/aerzteblatt.de

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