Politik

Betriebs­krankenkassen fordern Änderungen beim Risiko­strukturausgleich

Freitag, 4. März 2016

Berlin – Der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) hat Korrekturen in der Finanzverteilung für Krankenkassen gefordert. Hintergrund sind hohe Defizite, die die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) trotz sprudelnder Beitragseinnahmen aufweise. Einen wesentlichen Grund dafür sieht die BKK darin, dass die erhobenen Zusatz­beitrags­sätze nicht ausreichen.

„Die Anhebung der Zusatzbeiträge wurde von vielen GKV-Kassen so lange es irgend geht verschoben, um einseitige Belastungen der Versicherten und Nachteile im Wettbewerb zu vermeiden“, verwies Franz Knieps, Vorstand beim BKK Dachverband. Deshalb hätten viele Krankenkassen ihre Vermögen abgeschmolzen. Aber auch dies sei nicht ausreichend, um die politisch induzierten Steigerungen im Ausgabenbereich zu finanzieren.

Anzeige

Der BKK-Dachverband sieht darüber hinaus in den sehr unterschiedlichen Finanzer­gebnissen der verschiedenen Kassenarten einen Beleg für Unzulänglichkeiten und Verwerfungen im aktuellen Risikostrukturausgleich (RSA). „Die Zuweisungskriterien aus dem Finanzausgleich müssen dringend reformiert werden – und zwar sofort“, so Knieps.

Warte die Politik weiter ab und komme es nicht zu zeitnahen Nachjustierungen im Morbi-RSA, werde die Chancengleichheit im Wettbewerb zwischen den Kassenarten zerstört, ist sich der Vorstand sicher.

„Es ist nicht länger hinnehmbar, dass es einigen wenigen Kassen gelingt, trotz niedrigem Zusatzbeitrag noch Finanzreserven aufzubauen“, kritisierte er. Seiner Meinung nach könnten schon erste kleinere Justierungen im Finanzsystem erreichen, dass aus der derzeitigen „Subventionierungsmaschinerie zugunsten einer einzigen Kassenart“ wieder ein solidarischer und gerechter Ausgleich wird.

Bereits gestern hatte eine Allianz aus zwölf Krankenkassen die aktuellen Berechnungen des sogenannten morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs kritisiert und eine Reform des Fianzausgelichs gefordert. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

08.02.17
Ersatzkassen fordern Rückkehr zur paritätischen Finanzierung
Berlin – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassenbeiträge durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer gefordert. „Über den Zusatzbeitrag wird der......
20.01.17
Berlin – Die Koalition will der Manipulation von ärztlichen Diagnosen einen Riegel vorschieben. Eine Gesetzesnovelle soll künftig verhindern, dass Patienten bei der Abrechnung zum Teil kränker gemacht......
19.01.17
München – In der Diskussion um den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen hat sich die AOK Bayern erneut für eine Überarbeitung des Risikostrukturausgleichs (RSA) ausgesprochen. Die Kasse regt an,......
04.01.17
Berlin – Als „besten Ausgleichsmechanismus, den wir bisher hatten“, sieht die AOK den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA). Das hat der Vorstandsvorsitzende des......
19.12.16
Berlin – Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat das Bundesversicherungsamt (BVA) damit beauftragt, bis zum 30. September den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) zu......
19.12.16
Berlin – Barmer GEK und Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV) sind in den Fokus staatsanwaltlicher Ermittlungen geraten. Es geht um nachträgliche Änderungen und Ergänzungen von Arztdiagnosen, durch......
14.12.16
Berlin – Die Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern wollen bestimmte Strategien der Krankenkassen mit dem Ziel, deren Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds zu erhöhen, nicht dulden. So sei......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige