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Politik

Krankenhäuser warnen vor Ausweitung der MDK-Prüfungen

Mittwoch, 9. März 2016

Köln – Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) lehnt eine stärkere Kontrolle von Kliniken durch die Medizinischen Dienste der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) ab. Es dürfe nicht zu einer Ausweitung der „unsäglichen MDK-Prüfungen“ kommen, forderte der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum heute beim Gesundheitskongress des Westens in Köln.

Die jüngste Krankenhausreform solle es möglich machen, dass künftig nicht nur einzelne Behandlungsfälle, sondern Krankenhäuser überprüft würden. Es könne nicht sein, dass der MDK zum Beispiel kontrolliere, wie viele Operateure bei welchem Eingriff am Tisch stünden. Dann würden in den Häusern noch mehr Ressourcen durch Bürokratie gebunden und das Personal sei im „MDK-Nahkampf“ beschäftigt.

Baum kritisierte außerdem die Stimmverteilung im Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA), dem bei der Umsetzung des Krankenhausstrukturgesetzes (KHSG) eine entscheidende Rolle zukommt. Als Beispiel nannte er den geplanten Sicherstellungs­zuschlag für Krankenhäuser, die nicht rentabel sind, aber für die Versorgung in bestimmten Regionen als notwendig erachtet werden. Er habe seine Zweifel, ob diese Entscheidungen beim G-BA in guten Händen seien, sagte Baum. Er befürchtet ein zu großes Gewicht der Stimmen von Kassenärzten.

Die Bilanz des im November 2015 beschlossenen KHSG fiel aus dem Kongress in Köln gemischt aus. Die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sprach von Korrekturen, die nach Einführung der Diagnosis Related Groups (DRG) notwendig geworden seien. Der Nachsteuerungsbedarf sei aufgrund von Fehlanreizen erforderlich gewesen, etwa um die Ausweitung von Mengen zu begrenzen. Eine „ultimative Gesundheitsreform“ werde es aber nie geben. Wichtig sei, dass nun die Qualität der Leistungen im Vordergrund stehe und nicht mehr nur ein „unverbindlicher Appell an die Krankenhäuser“ sei.  Die Qualität sei künftig ein Gegenstand von Krankenhausplanung. „Ich verspreche mir viel von dem Gesetz“, sagte die Politikerin.

Stefan Wöhrmann vom Verband der Ersatzkassen (vdek) zeigte sich weniger optimistisch. „Es geht so weiter wie immer. Es wird nur ein bisschen teurer“, kritisierte er. Die Qualitätsorientierung sei überfällig, aber es sei die Frage, ob sie auch tatsächlich gelebt werde. Wenn nun Qualitätskriterien entwickelt und umgesetzt würden, sei das ein „Beschäftigungsprogramm für Juristen“.

Aus Wöhrmanns Sicht bleiben grundsätzliche Probleme ungelöst. Die Grenze zwischen ambulanter und stationärer Versorgung bestehe weiterhin. Auch das Problem des Personalmangels bleibe. Man löse es nicht allein dadurch, dass nun mehr Geld in die Pflege fließe.  „Das Personal ist in den Ballungsgebieten, nicht in den strukturschwachen Regionen“, sagte er. Überzeugende Antworten auf den geodemografischen Wandel liefere das KHSG nicht. Es bestehe die Gefahr von vergreisenden Regionen mit hohem Bedarf an medizinischen Leistungen, die aber auf der Versorgungslandkarte mehr und mehr zu weißen Flecken würden. © BH/aerzteblatt.de

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