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Ärzteschaft

Notärzte besorgt über zunehmende Einsatzzahlen

Mittwoch, 9. März 2016

dpa

Köln – Rettungsdienste brauchen in deutschen Großstädten einer Umfrage zufolge oftmals zu lange, ehe sie beim Notfallpatienten eintreffen. Mindestens jede dritte Großstadt leiste sich Anfahrten, die anderthalb bis doppelt so lang seien wie die von Notärzten geforderten maximal acht Minuten, berichtete das ARD-Magazin „Plusminus“ am Mittwochabend.

Mediziner fordern laut dem Magazin, in 85 Prozent der Einsätze innerhalb von acht Minuten am Notfallort zu sein. „Eine Hochrechnung von uns zeigt, dass, wenn wir diese Hilfsfrist bundesweit umsetzen können, bis zu 1000 Menschenleben pro Jahr mehr gerettet werden könnten“, sagte der Notfallmediziner Matthias Fischer vom Deutschen Rat für Wiederbelebung dem Magazin.

Plusminus befragte nach eigenen Angaben 76 Städte nach den Einsatzzeiten und erhielt 44 verwertbare Rückmeldungen. Die sogenannte Hilfsfrist bis zum Eintreffen des ersten Hilfsfahrzeuges am Einsatzort – meist ein Rettungswagen – sei eine planerische Größe, die regional verschieden sei, erläuterte der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands – BAND, Frank Riebandt, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

In Nordrhein-Westfalen betrage sie im städtischen und dichtbesiedelten Bereich acht Minuten, im ländlichen Raum bis zwölf Minuten. Entscheidend sei, dass der sogenannte Erreichungsgrad 90 Prozent betragen soll. Die Rettungsdienste sollen die Hilfsfrist also in neun von zehn Fällen einhalten. Danach richte sich die Verteilung der Rettungs­wachen im Land, die Personal- und die Fahrzeugausstattung.

Allerdings verzeichnen die Rettungsdienste laut Riebandt seit Jahren steigende Notrufzahlen, immer häufiger auch in Fällen, in denen eigentlich kein Notarzt nötig sei. „Ohne Panik zu machen sehen wir, dass manche Kommunen mit der Planung nicht hinterherkommen. Hier zeichnet sich ein ernstes Problem ab – oder ist in manchen Regionen bereits manifest“, so Riebandt. Besonders in Regionen, in denen die planerische Hilfsfrist bereits sehr lange sei – zum Beispiel 15 Minuten – sei es natürlich sehr problematisch, wenn diese Hilfsfrist dann zu selten eingehalten werde. © hil/aerzteblatt.de

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