Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Politik uneins über Strategie gegen Diabetes

Mittwoch, 9. März 2016

Berlin – CDU und SPD sind uneins über geeignete Maßnahmen zur Verhinderung und Bekämpfung von Übergewicht und Diabetes. Das wurde auf dem parlamentarischen Jahresempfang der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) deutlich. Während sich der SPD-Politiker und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Edgar Franke, für eine Ampel-Kennzeichnung und differenzierte Mehrwertsteuersätze für Lebensmittel aussprach, setzt CDU-Ausschussmitglied Michael Hennrich auf allgemeine Aufklärungsmaßnahmen. „Steuern und Ampelkennzeichnung sollten am Ende stehen“, so Hennrich.

Derzeit leben mehr als sechs Millionen Menschen mit Diabetes in Deutschland, jährlich kommen etwa 300.000 hinzu. Für ihre Behandlung, Pflege, Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung entstehen derzeit Kosten von rund 35 Milliarden Euro pro Jahr. „Davon entfallen 80 Prozent auf die Behandlung von Folgeerkrankungen eines schlecht behandelten Diabetes“, erklärte der DDG Präsident Baptist Gallwitz auf dem Jahresempfang. „Wir plädieren dafür, das Erkrankungsrisiko durch Prävention zu senken, Risikogruppen rechtzeitig zu identifizieren und die sektorenübergreifende Versorgung zu stärken“, so Gallwitz.

Bei der Podiumsdiskussion nahm das Thema Prävention großen Raum ein. „Stark zuckerhaltige Softdrinks sind heute einer der zentralen Verursacher von Adipositas bei Kindern“, kritisierte Sabine Richard, Geschäftsführerin Versorgung im AOK Bundesverband. Nötig sei daher mehr Aufklärung über ungesunde Ernährung, aber auch eine transparente Lebensmittelkennzeichnung und Maßnahmen wie ein Verbot von Werbung für Süßigkeiten, die sich an Kinder richtet, meinte Richard.

Die Ernährung auch über Lebensmittelpreise zu steuern, forderte der DDG Vizepräsi­dent Dirk Müller-Wieland. „Energiedichte Lebensmittel sollten teurer sein, damit ist automatisch das Ungesunde teurer“, sagte er. Gleichzeitig sollten gesunde Lebensmittel steuerlich entlastet werden, so die Forderung der DDG. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

23.05.17
US-Pädiater: Keine Fruchtsäfte im ersten Lebensjahr
San Francisco – Kinder sollten im ersten Lebensjahr grundsätzlich keine Fruchtsäfte erhalten. Auch später sollten die Kinder lieber Obst essen, da Fruchtsäfte deutlich mehr Zucker enthalten und die......
19.05.17
Karlsruhe – Das neue Institut für Kinderernährung des Max-Rubner-Istituts (MRI) bekommt seinen Sitz in Karlsruhe. Es solle die wissenschaftliche Basis für Kinderernährung verbessern, teilte......
17.05.17
„Bisherige Initiativen gegen Diabetes Typ 2 haben ihr Ziel verfehlt“
Berlin – Initiativen, die versuchen, den Anstieg der Diabetes-Typ-2-Erkrankungen zu senken, gibt es viele. Bisher blieben sie jedoch alle ohne Erfolg, so die Einschätzung von Dietrich Garlichs,......
16.05.17
Kälte schützt vor Schwangerschafts­diabetes
Toronto – Frauen, die während der Schwangerschaft kälteren Außentemperaturen ausgesetzt waren, erkrankten in einer kanadischen Großstadt deutlich seltener an einem Schwangerschaftsdiabetes als in......
16.05.17
Kinderärzte warnen vor koffeinhaltigen Energydrinks
Berlin – Ein 16-Jähriger ist im US-Bundesstaat South Carolina an den Folgen einer Überdosis Koffein gestorben. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BFJK) warnt nun davor, Kindern......
11.05.17
Miami – US-Diabetologen wollen das Omentum majus, die fettgewebsreiche Duplikatur des Bauchfells, die schürzenartig den Darm bedeckt, in ein endokrines Mini-Pankreas umfunktionieren. Die erste......
11.05.17
Zuckergesüßte Getränke werden weltweit immer günstiger
Chicago – Ein Hauptverursacher der stetig zunehmenden Zahl von Menschen mit Adipositas sind mit Zucker gesüßte Getränke. Statt die Hemmschwelle für den Kauf ungesunder Lebensmittel durch steigende......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige