Politik

Arbeitnehmer wünschen sich mehr Gesundheitsangebote im Betrieb

Donnerstag, 10. März 2016

Hamburg – Im Wettbewerb der Unternehmen um gut qualifizierte Arbeitskräfte sind Angebote zur Gesundheitsförderung ein wichtiges Argument, um Talente anzulocken. Das berichtet der Asklepios-Konzern nach einer Umfrage unter 1.000 deutschen Arbeitnehmern.

Anzeige

Danach sind Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung für jeden zweiten Arbeitnehmer wichtig bei der Jobsuche. Neun Prozent würden wegen eines besseren Fit- und Wellnessangebots sogar die Firma wechseln. In der Metropolregion Hamburg ist die Quote doppelt so hoch und liegt bei 18 Prozent. Weitere 40 Prozent der Arbeitnehmer sehen in Gesundheitsangeboten einen zusätzlichen Anreiz bei der Wahl ihres Arbeitgebers.

Laut Asklepios haben aber noch zu wenige Arbeitgeber diesen Trend erkannt: Fast drei von vier Arbeitnehmern wünschen sich, dass ihr Unternehmen das Angebot an gesundheitsfördernden Maßnahmen ausweitet. Im Augenblick erhalten laut der Studie 58 Prozent der Angestellten in Deutschland mindestens ein gesundheitsförderndes Angebot von ihrem Arbeitgeber. Am häufigsten sind das mit je 19 Prozent gesundes Essen und gemeinschaftlicher Betriebssport. Dicht dahinter folgen Rückenschulungen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die jeweils 17 Prozent der Arbeitnehmer angeboten werden.

Tendenziell achten große Unternehmen laut der Studie besser auf die Gesundheit ihrer Angestellten: Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern erhalten gesundheitsfördernde Maßnahmen. In Firmen mit zehn bis 50 Mitarbeitern sind es hingegen nur 40 Prozent. „Die kleineren Unternehmen täten gut daran, sich die großen in dieser Hinsicht zum Vorbild zu nehmen“, sagte Thomas Wolfram, Konzerngeschäftsführer der Asklepios Kliniken GmbH. Denn je weniger Mitarbeiter ein Betrieb habe, umso schwieriger sei es, einen überdurchschnittlich hohen Krankenstand auszugleichen.

Auf die Effektivität der betrieblichen Gesundheitsförderung hat die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) schon im vergangenen Frühjahr hingewiesen. Laut einer Metaanalyse von rund 2.400 Studien können Unternehmen mit jedem Euro, den sie in die Gesund­erhaltung der Belegschaft investieren, im Ergebnis 2,70 Euro durch reduzierte Fehl­zeiten einsparen. Denn laut der iga sinken durch die betriebliche Gesundheitsförderung die krankheitsbedingten Fehlzeiten um durchschnittlich ein Viertel.

Besonders sinnvoll ist es laut der Initiative, verschiedene Maßnahmen zu kombinieren – also etwa die Prävention psychischer Erkrankungen mit Programmen der Bewegungs­förderung, der Gewichtsreduktion oder der Nikotinentwöhnung.

Mehr betriebliche Gesundheitsförderung will auch der Gesetzgeber erreichen: Das im vergangenen Sommer vom Bundestag beschlossene sogenannte Präventionsgesetz sieht unter anderem eine engere Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger und anderer Akteure vor und soll die Gesundheitsvorsorge in den Lebenswelten stärken, also in Betrieben, Schulen und Kitas. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24.02.17
Berlin/Brüssel – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) legt in der Terrorbekämpfung wert auf eine gute Zusammenarbeit von Gesundheits- und Sicherheitsbehörden. „Die Terroranschläge in der......
24.02.17
Erfurt – Eine Thüringer Suchthilfe-Einrichtung entwickelt derzeit ein Präventionsangebot, mit dem verhindert werden soll, dass Schwangere Drogen nehmen. Das Projekt ziele nicht nur auf Frauen, die......
23.02.17
Nutzen von Vitamin D bei Prävention weiter umstritten
London – Vitamin D kann insbesondere bei Personen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel Atemwegsinfektionen vorbeugen. Dies fanden Forscher der Queen Mary University of London heraus. Sie veröffentlichten......
21.02.17
Hamburg – Die DAK-Gesundheit will rauchenden Auszubildenden in Pflegeberufen das Aufhören erleichtern. Helfen soll das Programm „astra plus – Gesundheitskompetenz, Rauchfrei in der Pflege.“ Entwickelt......
20.02.17
Wie Nüsse das Wachstum von Krebszellen hemmen
Jena – Einen molekularen Mechanismus für die antikanzerogenen Wirkungen von Inhaltsstoffen aus Nüssen haben Wissenschaftler aus Jena entdeckt. Die Arbeit ist in dem Magazin Molecular Carcinogenesis......
20.02.17
Kopfschmerzen: Tablettenkonsum schon im Kindesalter besorgniserregend
Berlin – Die Zahl junger Menschen in Deutschland mit ärztlich diagnostizierten Kopfschmerzen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, teilte die Krankenkasse Barmer heute in Berlin bei der......
17.02.17
Sport pro Gesundheit: Zertifizierung der Präventionskurse vereinfacht
Berlin – Immer mehr Sportvereine bieten zertifizierte Kurse für das sogenannte Rezept für Bewegung an. „Die bundesweit tätige Prüfstelle erfreut sich seit ihrem Start vor drei Jahren großen Zuspruchs......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige