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Medizin

Tai-Chi, Qigong und Baduanjin verbessern kardiovaskuläre Gesundheit

Freitag, 11. März 2016

Tai-Chi in Shanghai /dpa

Shanghai – Traditionelle chinesische Übungen wie Tai-Chi, Qigong und Baduanjin, die in China seit mehr als 2.000 Jahren praktiziert werden, haben laut einer Veröffentlichung im Journal of the American Heart Association (2016; 5: e002562) günstige Einflüsse auf Herz und Kreislauf.

Die langsamen meditativen Bewegungen, die alltäglich unzählige Chinesen auf öffentlichen Plätzen absolvieren, wurden von westlichen Sportmedizinern lange belächelt. Da bei den Übungen weder Puls noch Blutdruck ansteigen, konnten die Übungen keine Auswirkungen auf Herz- und Kreislauf haben.

In China sehen Mediziner dies anders und Yu Liu, der an der Sporthochschule in Shanghai eine Schule für Kinesiologie leitet, dürfte seine Kollegen in westlichen Ländern durch die Ergebnisse einer Meta-Analyse überraschen. Über mehr als fünf Jahre haben die Forscher in internationalen Datenbanken insgesamt 35 randomisierte Studien mit insgesamt 2.249 Teilnehmern zusammengetragen.

Sie kamen dabei zu dem Ergebnis, dass Patienten mit kardiovaskulären Vorer­kran­kungen ihren systolischen Blutdruck in Ruhe im Durchschnitt um mehr als 9,12 mm Hg und den diastolischen Blutdruck in Ruhe um mehr als 5 mm Hg senken können. Das sind, wie Hypertonologen wissen, keine banalen Unterschiede. Liu und Mitarbeiter verweisen hier auf andere Meta-Analysen, in denen ein Rückgang des Blutdrucks um 10/5 mm Hg langfristig die Zahl von Schlaganfällen und Koronaren Herzerkrankungen um 41 Prozent beziehungsweise 22 Prozent gesenkt hat (BMJ 2009; 338: b1665). 

Die Analyse ergab ferner, dass Tai-Chi, Qigong und Baduanjin auch LDL-Cholesterin und Triglyzerid senken und den HDL-Cholesterinwert ansteigen lassen, wenn auch nur in geringem Ausmaß. Die traditionellen chinesischen Übungen hatten einen signifikanten Einfluss auf das B-natriuretische Peptid (BNP), was eine Schutzwirkung gegen eine Herzmuskelschwäche im Alter anzeigen könnte. Und die 6-Minuten-Gehstrecke, ebenfalls ein Marker für die kardiale Gesundheit, wurde in Studien um fast 60 Meter verlängert.

Auch auf das Gemüt haben Tai-Chi, Qigong und Baduanjin eine günstige Wirkung. Rückgänge in der Hamilton-und der POMS-Skala zeigen an, dass Menschen mit Depressionen von den langsamen meditativen Bewegungen profitieren. Ein Einfluss auf Herzfrequenz, aerobe Fitness oder die Einschätzung in allgemeinen Gesundheitsfragen war dagegen nicht nachweisbar. 

Auch die American Heart Association zeigt sich in einer Pressemitteilung von den Wirkungen der traditionellen chinesischen Übungen beeindruckt, fügt dann aber hinzu, dass die Meta-Analyse Schwächen aufweise. Die Einschlusskriterien der einzelnen Studien seien sehr unterschiedlich (was die gemeinsame Auswertung erschwert), viele Teilnehmer seien für ein Jahr oder weniger beobachtet worden. Und auch, dass die Ergebnisse der Studie meistens von den nicht verblindeten Studienleitern beurteilt wurden, weist auf mögliche Verzerrungen hin, die die gesundheitlichen Auswirkungen vielleicht in einem einseitig günstigen Licht erscheinen lassen. © rme/aerzteblatt.de

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Widerstand
am Donnerstag, 31. März 2016, 23:19

Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

...die American Heart Association zeigt sich ...von den Wirkungen der traditionellen chinesischen Übungen beeindruckt, fügt dann aber hinzu, dass die Meta-Analyse Schwächen aufweise.

Na welche Überraschung. Die westliche "Zivilisation" ignoriert, belächelt, ist begeistert, und zeigt auf das Loch in der chinesischen Mauer.

Ist den westlichen "Wissenschaftlern" denn nichts mehr peinlich. Wie wurden Studienergebnisse der "Zivilisation" des Westens begeistert gefeiert, bis man dann leiser wurde und schließlich den Schwanz einziehen musste? Pfui Teufel oder ... Pharma???

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