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Politik

Krankenkassen erwarten weitere Steigerungen der Zusatzbeiträge

Freitag, 11. März 2016

Berlin – Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erwarten für die kommenden Jahre einen weiteren Anstieg der Zusatzbeiträge. „Wir rechnen damit, dass wir bei vorsichtiger Schätzung in 2019 bei 1,8 Prozent sein werden“, sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Bundesverbands, Doris Pfeiffer, der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Freitag. Als Ursachen nannte sie hohe Kosten bei Arzneimitteln und für Krankenhäuser.

„Wir haben zum Jahresbeginn eine durchschnittliche Steigerung um zwei Zehntel gehabt“, sagte Pfeiffer weiter. Für die kommenden Jahre sei damit zu rechnen, dass die Beiträge weiterhin in ähnlicher Größenordnung steigen würden, also erneut um jeweils rund 0,2 Prozent jährlich. Die GKV-Vorstandsvorsitzende forderte eine Gesetzes­änderung, um Preise vor allem für neue Arzneimittel zu begrenzen. Bei Krankenhäusern sollten Überkapazitäten besonders in Ballungsräumen abgebaut werden.

Prognosen für die Beitragsentwicklung im Herbst
Ein Sprecher des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums sagte dazu in Berlin, es sei richtig, dass in den kommenden Jahren mit „einem moderaten Preisanstieg“ zu rechnen sei. „Wir behalten die Entwicklung im Blick“, sagte er weiter. Prognosen für die Beitrags­entwicklung im kommenden Jahr werde es allerdings erst im Oktober geben.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte umgehend eine Entlastung der 55 Millionen gesetzlich Versicherten. Dies müsse nun dringend „auf die politische Tagesordnung gesetzt werden“, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Sie wies darauf hin, dass nach den GKV-Prognosen die Versicherten im Jahr 2019 über den allgemeinen Beitragssatz hinaus mit im Durchschnitt zusätzlich etwa 570 Euro im Jahr belastet würden.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen wird nur ein allgemeiner Beitragssatz von 14,6 Prozent je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert. Darüber hinausgehende Kosten müssen die Versicherten in Form von Zusatzbeiträgen alleine tragen. Diese betragen derzeit je nach Kasse zwischen 0,9 und 1,5 Prozent, der Durchschnittswert liegt bei etwa 1,1 Prozent. Sozialverbände, SPD, Grüne und Linkspartei fordern seit langem, auch die Arbeitgeber am Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu beteiligen. © dpa/aerzteblatt.de

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