Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Barmer empfiehlt Zweitmeinung vor Wirbel­säulen-Eingriffen

Dienstag, 15. März 2016

Berlin – Die Barmer Gek empfiehlt Patienten, vor einer Operation an der Wirbelsäule die Meinung eines zweiten Experten einzuholen. „Bislang hat rund die Hälfte der Rückenpatienten, die über uns eine Zweitmeinung angefordert haben, auf eine Wirbelsäulen-Operation verzichtet“, sagte Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Krankenkasse.

Sie wies daraufhin, dass sich die Zahl der Eingriffe an der Wirbelsäule zwischen den Jahren 2006 und 2014 auf bundesweit gut 780.000 mehr als verdoppelt habe. Doch bei weitem nicht jeder Eingriff sei nach Einschätzung von Experten notwendig. „Nutzen und Risiko müssen genau abgewogen werden. So führt eine Rückenoperation oft eben nicht zur wünschenswerten Schmerzfreiheit“, sagte Marschall. Stattdessen folge in immer mehr Fällen eine weitere Operation. So erhielten etliche Patienten, die zunächst einen Bandscheiben-Eingriff hatten, ein bis zwei Jahre später eine weitere Operation, bei der die Wirbel versteift würden. Bei den Versicherten der Barmer Gek sei die Zahl dieser Folgeeingriffe seit dem Jahr 2006 um 137 Prozent auf 510 Fälle im Jahr 2013 gestiegen.

Auch Ärzte stehen einer Zweitmeinung grundsätzlich offen gegenüber. „Wenn Patienten nicht sicher sind, dass eine Operation für sie die richtige Therapie ist, sollten sie eine Zweitmeinung einholen“, sagte der Generalsekretär der AE-Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik, eine Sektion der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Karl-Dieter Heller, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt – allerdings bezogen auf Knieoperationen. Der Zweitmeinungsarzt müsse eine langjährige und fundierte Expertise in dem Bereich habe, um den es gehe. Wichtig sei außerdem, dass neben der Sichtung der Befunde und der Anamneseerhebung eine körperliche Untersuchung erfolge, betonte der Chefarzt der Orthopädischen Klinik Braunschweig, Herzogin Elisabeth Hospital.

Die Barmer Gek bietet ihren Versicherten ein sogenanntes Zweitmeinungsverfahren an: Bei Bedarf vermittelt der sogenannte Teledoktor der Krankenkasse den Patienten zum Beispiel an einen Rückenspezialisten.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

21.09.17
G-BA beschließt Regeln für Zweitmeinungen
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat die Regeln beschlossen, nach denen Patienten vor elektiven Eingriffen eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einholen können. Den Rechtsanspruch auf......
18.07.17
Streit um Rückenoperationen in Bayern
München – Die Zahl der Operationen am Rücken ist in Bayern nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) in den vergangenen Jahren stark gestiegen. 2015 habe es im Freistaat mehr als 109.000 Rücken-,......
31.05.17
Zweitmeinungsprojekt zu Hodentumoren hat sich bewährt
Hamburg – Ein positives Fazit des Nationalen Zweitmeinungsprojektes Hodentumor hat die Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) gezogen. Seit dem Start vor elf Jahren habe sich das Projekt „zu einer......
08.05.17
Zweitmeinung kann Entscheidungsfindung von Arzt und Patient stören
Würzburg – Auf Probleme in Bezug auf die Zweitmeinung hat der Arbeitskreis „Ärzte und Juristen“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) bei einem Treffen......
09.01.17
Ärztliche Zweitmeinung reduziert Bandscheiben­operationen
Stuttgart – Das Angebot einer kostenlosen ärztlichen Zweitmeinung für Operationen an der Wirbelsäule reduziert die Anzahl von Bandscheibenoperationen. Darauf hat die Techniker Krankenkasse (TK)......
23.08.16
Zweitmeinung vor Knieendoprothesen-OP für Versicherte der AOK Bayern
München – Versicherte der AOK Bayern können künftig vor einem Kniegelenksersatz eine Zweitmeinung einholen. Dazu hat die Krankenkasse ein Modellvorhaben mit der Klinik und Poliklinik für Orthopädie,......
10.05.16
Strukturiertes Zweitmeinungs­verfahren in der Urologie erfolgreich
Berlin – Ein internetbasiertes Zweitmeinungsverfahren bei der Behandlung von Hodentumoren hat die Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) bereits 2006 initiiert. Rund 5.000......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige