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Ärzteschaft

Terminservicestelle in Hessen kostet rund eine Million Euro pro Jahr

Dienstag, 15. März 2016

Frankfurt – Rund sieben Wochen nach dem Start ihrer Terminservicestelle hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ein erstes Fazit gezogen und ihre Kritik an den Einrichtungen erneuert.

Insgesamt gab es bis zum 9. März 4.227 Anrufer, täglich wendeten sich im Schnitt rund 126 Patienten an die Terminservicestelle. 1.297 Termine haben deren Mitarbeiter bislang erfolgreich vermittelt. Viele Patienten riefen allerdings ohne Überweisung an oder hätten Überweisungen ohne den erforderlichen Code. Sie erfüllten damit nicht die Bedingungen für eine Terminvermittlung.

Die KV hat nach eigenen Angaben Ausgaben von rund einer Million Euro für 2016 für die Einrichtung und den Unterhalt der Terminservicestelle kalkuliert. Wegen der geringen Nachfrage belaufen sich die reinen Vermittlungskosten pro Termin im Augenblick auf rund 107 Euro. „Wir haben alles für einen erfolgreichen Start getan. Unsere Warnung, dass die Stelle nur Geld verschlingt, weil die Politik ihre Einführung ohne Auswertung belastbarer Zahlen und Fakten vorangetrieben hat, sind von den politischen Entscheidungsträgern ignoriert worden und das rächt sich jetzt“, sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Frank Dastych.

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Er wies auch auf die Belastungen hin, die den Praxen entstehen, denn Fachärzte meldeten der KV Hessen im Voraus freie Termine für das jeweilige Quartal. Die Praxen müssten diese Termine freihalten. Aufgrund der geringen Nachfrage wurden die knapp 40.000 gemeldeten Termine für die ersten drei Monate 2016 aber überwiegend nicht benötigt. Die Servicestellen haben diese Termine fünf Tage vorher wieder an die Praxen zur Vermittlung zurückgegeben. Diese versuchten dann, die freien Termine rasch zu vermitteln.

„Bei so einem Durcheinander die Übersicht nicht zu verlieren, kostet das Praxisteam Nerven und wertvolle Zeit“, so Dastych – zumal es nicht immer gelinge, die zurückgegebenen Termine zu vermitteln, so dass die Praxen erhebliche Ausfallkosten zu tragen hätten. „Wir werden jetzt selbstverständlich im zweiten Quartal anhand der vorliegenden Echtzahlen den wirklichen Terminbedarf der Servicestelle genauer steuern können, um alle Beteiligten zu entlasten“, hofft Dastych.

„Wenn uns nicht die Hände durch den Gesetzgeber gebunden wären, würden wir diesen Unsinn sofort stoppen“, laut das Fazit des KV-Chefs zu den Terminservicestellen.

© hil/aerzteblatt.de

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