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Medizin

Pathologen diagnostizieren Hautkrebs mit Smartphone

Donnerstag, 17. März 2016

Scanbild

Houston – Ein Smartphone Marke Eigenbau, mit einer Saphir-Kugellinse aus dem Fachhandel als Vergrößerungsglas, kann zwar kein hochwertiges Lichtmikroskop ersetzen. In einer Vergleichsstudie in den Archives of Pathology and Laboratory Medicine (2016; 140: 86-90) wurde jedoch eine beachtliche Präzision erzielt, was das Gerät für ressourcenarme Länder interessant machen könnte.

Smartphones verfügen mittlerweile über hochauflösende Kameras und eine Reihe von Gadget-Hersteller bieten mittlerweile auch Mikroskope zum Aufstecken an. Dieser Aufwand ist jedoch nicht notwendig. Eine Saphirkugel mit einem Durchmesser von 3 Millimetern, die ein Hersteller in den USA für 14 Dollar anbietet, kann den gleichen Zweck erfüllen, wie Richard Jahan-High vom University of Texas Health Science Center in Houston meint.

In eine Plastikhülle verpackt und vor die Linse eines iPhone 5 geklebt, vergrößert die Linse das aufgenommene Bild ungefähr um den Faktor 66. Damit lassen sich, wie der Pathologe findet, ganz gut histologische Schnitte beurteilen beziehungsweise Fotos oder auch kleine Videos aufnehmen, die dann für eine zweite Meinung über das Internet an einen Kollegen geschickt werden können.

Zur Probe aufs Exempel führte der Forscher eine vergleichende Studie an 1.021 Präparaten durch, die zumeist von niedergelassenen Dermatologen aus Stanz- oder Rasurbiopsien angefertigt worden waren. Die Objektträger wurden von unten mit einer LED-Diode (für 6 US-Dollar im Elektromarkt gekauft) mit 55 Lumen beleuchtet und mit dem iPhone-Mikroskop fotografiert. Die Bilder wurden dann von Dermatopathologen befundet. Die Ergebnisse stimmten bei nicht-melanotischen Hautkrebsen recht gut mit den originalen Diagnosen unter dem Lichtmikroskop überein. Beim Basaliom betrug die Sensitivität 95,6 Prozent, beim Spinalinom wurden 89,4 Prozent richtig erkannt. Fehldiagnosen waren selten: Spezifität 98,1 beziehungsweise 97,3 Prozent. 

Die Saphir-Kugellinsen sind damit zwar kein vollständiger Ersatz. Für Länder, in denen das Geld für die teuren Lichtmikroskope fehlt, könnte die „do it yourself“-Lösung durchaus eine Option sein, findet Jahan-High. Für die Melanom-Diagnose ist das Gerät dagegen nicht geeignet. Von den 15 Melanomen, die die Hautärzte biopsiert hatten, wurden von den Dermatologen nur neun erkannt. © rme/aerzteblatt.de

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