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Politik

Ethikrats­vorsitzende: UN-Bio­ethik-Erklärung verbindlicher machen

Mittwoch, 16. März 2016

Berlin – Vor dem Weltgipfel der Bioethikkommissionen in Berlin hat sich die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Christiane Woopen, für eine höhere Verbindlichkeit der Allgemeinen Erklärung über Bioethik und Menschenrechte ausgesprochen. Woopen empfahl am Dienstag einen Vertrag, der ein Monitoring und eine regelmäßige Berichterstattung zur Umsetzung der Unesco-Erklärung vorsieht.

Die Deklaration der UN-Wissenschaftsorganisation wurde 2005 per Akklamation angenommen. Sie besitzt aber keine völkerrechtliche Verbindlichkeit. Sie formuliert ethische Grundsätze für Medizin, Lebenswissenschaften und diesbezügliche Technologien und sieht auch vor, dass „unabhängige, fachübergreifende und pluralistische Ethik-Kommissionen“ eingerichtet werden.

Zum Auftakt des bis Freitag dauernden Welttreffens in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wird Bundespräsident Joachim Gauck an diesem Donnerstag sprechen. Auf der Konferenz wollen sich rund 200 Vertreter nationaler Ethikräte und Bioethik-Komitees aus über 100 Ländern mit neuen Technologien befassen, deren Anwendung Menschenrechte und Menschenwürde berührt.

Dabei soll es auch um das sogenannte Genome-Editing oder die Genomchirurgie gehen, die mit der

Genomchirurgie beim Menschen: Noch viele Fragezeichen

Mit neuen gentechnischen Verfahren lassen sich die Genome in lebenden Zellen verändern – auch an der menschlichen Keimbahn. Wissenschaftler sprechen sich derzeit gegen die Experimente aus, fordern ein Moratorium und eine Debatte. Erinnerungen an den Beginn der 90er Jahre kommen auf: Damals wurden die ersten Menschen mit Genen behandelt. 

-Cas9-Technologie revolutioniert wurde. Sie ist umstritten, weil sie mit relativ einfachen Eingriffen sehr gezielt das Erbgut des Menschen generationenübergreifend verändern kann.

Ein weiteres Thema der Konferenz ist der Umgang mit Epidemien und Krankheitsausbrüchen wie bei Ebola. Ferner wollen sich die Experten mit Politik und Rechtsprechung in der Bioethik und dem wachsenden öffentlichen Bewusstsein für bioethische Fragen befassen.

Der „Global Summit“ ist das einzige internationale Treffen nationaler Ethik- und Bioethik-Kommissionen zu bioethischen und lebenswissenschaftlichen Fragen. Das 11. Treffen in Berlin steht unter dem Thema „Globale Gesundheit, Globale Ethik, Globale Gerechtigkeit“. Ausrichter sind der Deutschen Ethikrat, die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und die Unesco. © kna/aerzteblatt.de

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