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Medizin

PDE10A-Gen könnte Entstehung von bipolaren Störungen begünstigen

Donnerstag, 17. März 2016

Jupiter – Ein spezifisches Transkript des Gens PDE10A könnte die Entstehung von bipolaren Depressionen begünstigen. Da das Gen in einen spezifischen Signalweg eingreift, hoffen Forscher hier einen Ansatz für neue Therapien zu finden. Ron Davis und Wissenschaftler des Florida Campus of The Scripps Research Institute berichten in Nature Translational Medicine (doi:10.1038/tp.2016.3).

Bipolare Depressionen haben eine multifaktorielle Genese, wobei die genetische Komponenten bei dieser Erkrankungen besonders ausgeprägt ist. So haben Kinder von einem betroffenen Elternteil ein Risiko von 25 Prozent zu erkranken. Sind beide Eltern erkrankt, liegt das Risiko sogar bei 50 Prozent. Das Lebenszeitrisiko für die Allgemeinbevölkerung liegt demgegenüber bei etwa einem bis zwei Prozent.

Das Verständnis der pathophysiologischen Vorgänge ist für die Entwicklung neuer Therapieansätze wichtig. Bisher gibt es laut den Wissenschaftlern jedoch kaum spezifische Medikamente für bipolare Störungen. In der modernen Therapie würden manische Phasen durch Neuroleptika kupiert, um anschließend mit Phasenprophylaktika wie Lithium und Antiepileptika die Stimmung zu stabilisieren, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

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In ihrer Studie untersuchten die Forscher die Bedeutung des Gens PDE10A bei betroffenen Patienten. PDE10A gilt als mögliches Risikogen für die Entwicklung der Störung. Sie verglichen hierzu die genetische Signatur aus Hirnproben von Patienten und gesunden Kontrollen. Sie untersuchten außerdem die Genprodukte, welche durch das Gen codiert wurden. Es gelang den Forschern, das Transkript PDE10A19 aus den Proben zu isolieren.

Bisher war dieses Transkript nur bei anderen Primaten und nicht beim Menschen nachgewiesen worden. Es codiert ein Protein, welches in den cAMP-Weg der Zellen eingreift und so die Signaltransduktion in der Zelle beeinflusst. Offensichtlich war das PDE10A19-Transkript bei den Patienten verändert, sodass die Forscher auch eine abweichende Funktion des Genprodukts und eine Störung der Signaltransduktion vermuten. Das Transkript war in hoher Konzentration im Striatum der Patienten nachweisbar.

Für die künftige Entwicklung von Medikamenten wollen die Forscher sich stärker auf die alternierte Funktionen von Risikogenen wie PDE10A konzentrieren. Sie könnten möglicherweise einen Schlüssel bieten, in den spezifischen Entstehungsmechanismus von bipolaren Störungen einzugreifen, hoffen die Wissenschaftler.

© hil/aerzteblatt.de

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