NewsMedizinJährlich mehr als 40.000 Stammzell­transplantationen in Europa
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Jährlich mehr als 40.000 Stammzell­transplantationen in Europa

Freitag, 18. März 2016

dpa

Basel – Hämatopoetische Stammzelltransplantationen haben sich längst von einer experimentellen Behandlung ausgewiesener Zentren zu einer Routinebehandlung entwickelt, die in Europa an (mindestens) 656 Zentren durchgeführt wird. Im Jahr 2014 wurden 40.829 Behandlungen an 36.469 Patienten gemeldet, wie eine Umfrage in Bone Marrow Transplantation (2016; doi:10.1038/bmt.2016.20) ergab.

Die European Society for Blood and Marrow Transplantation führt die Umfrage seit 1990 durch. Es beteiligen sich mittlerweile nicht nur Zentren aus 40 europäischen Ländern, sondern auch Kliniken aus neun außereuropäischen Ländern (zumeist aus dem islamischen Kulturkreis und Israel). Da nicht alle der angeschriebenen Zentren die Fragebögen zurückgeschickt haben, dürften die Zahlen, die Jakob Passweg vom Inselspital Basel ermittelt hat, die Dimension für Europa ungefähr treffen.

Anzeige

Die Behandlung ist weiterhin sehr ungleich über Europa verteilt: Während in Westeuropa auf 10 Millionen Einwohner vielfach über 400 autologe und über 300 allogene Stammzellt­ransplantationen kommen, liegt die Zahl in Osteuropa teilweise deutlich unter 100 Behandlungen auf 10 Millionen Einwohner. Ein Aufholeffekt ist jedoch unverkennbar. In Rumänien, Russland, Kroatien, Litauen, Serbien (und auch der Türkei) sind die Behandlungszahlen bei der allogenen Stammzelltransplantation in den letzten zehn Jahren um 200 bis 1.000 Prozent gestiegen. Für die autologe Stammzell­transplantation registriert Passweg Anstiege von 200 bis 1.200 Prozent in Rumänien, Serbien, Russland sowie in der Türkei und dem Iran.

Weitere Trends sind die Zunahme in der Verwendung von haploidentischen Familienspendern (um 25 Prozent), während der Anstieg bei nicht verwandten Spendern weniger stark zugenommen hat. Die Verwendung von Nabelschnurblut als Stammzellquelle ist im Jahr 2014 erneut zurückgegangen. Die Hauptindikationen für die hämatopoetische Stammzelltransplantation sind weiterhin Leukämien (11.853 Transplantationen, davon 96 Prozent allogen) und lymphatische Neoplasien (20.802 Transplantationen, davon 11 Prozent allogen). Zur Behandlung solider Tumore wurden 1.458 Stammzelltransplantationen durchgeführt (davon 3 Prozent allogen) und nicht-maligne Erkrankungen waren Anlass für 2.203 Transplantationen (davon 88 Prozent allogen).

Ein Schwerpunkt der Umfrage waren andere Zelltherapien. Insgesamt 15 Teams aus 11 Ländern berichteten über die Behandlung von 160 Patienten mit nicht-hämato­poetischen Erkrankungen. Dies wären überwiegend Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurologische Erkrankungen. Weitere 525 Patienten wurden (von 93 Teams in 20 Ländern) mit mesenchymalen Stromazellen behandelt. Indikation war in den meisten Fällen die Vorbeugung von Graft-versus-Host-Reaktionen nach Stammzell­transplantationen. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

25. September 2020
Lugano/ Köln – Die systemische Therapie fortgeschrittener Adenokarzinome von Ösophagus und Magen sowie von deren Verbindungstrakt besteht nach wie vor überwiegend aus Chemotherapien. Die
Ösophagus- und Magenkarzinom: Immuntherapie in der Erstlinie angekommen
25. September 2020
Lugano/Köln – Die erste systemische Behandlungsoption des lokal fortgeschrittenen und inoperablen Basalzellkarzinoms waren Hedgehog-Inhibitoren, die erst vor wenigen Jahren in die Klinik eingeführt
Lokal fortgeschrittenes Basalzellkarzinom: Checkpoint-Inhibition in der Zweitlinie vielversprechend
25. September 2020
Lugano/ Köln – Patienten mit fortgeschrittenem, inoperablem Melanom, bei denen eine Therapie mit einem der bisher zugelassenen Immuncheckpoint-Inhibitoren versagt hat, besitzen nicht mehr viele
Metastasiertes Melanom: Neue Kombi nach Versagen von Checkpoint-Inhibition vielversprechend
23. September 2020
Lugano/Köln – Die derzeit wichtigste Treibermutation neben denen des EGF-Rezeptors beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom sind Translokationen des Gens für die anaplastische Lymphom-Kinase (ALK).
ALK+ NSCLC: Neue Erstlinienoption auch mit intrakranieller Wirksamkeit
23. September 2020
Lugano/Köln – Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom mit mutiertem EGF-Rezeptor (EGFRm NSCLC) haben sich in den letzten 10 Jahren spezifische Inhibitoren der Tyrosinkinase dieses Rezeptors als
EGFR-mutiertes frühes NSCLC: Deutliche Abnahme des Risikos für Hirnmetastasen durch Tyrosinkinaseinhibitor
22. September 2020
Lugano/Köln – Der CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib senkt bei Frauen mit frühem Hormonrezeptor-positivem (HR+), Her2-negativem (Her2-) Brustkrebs und hohem Rückfallrisiko die Rate invasiv rezidivierter und
Frühes Mammakarzinom: CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib senkt das Rezidivrisiko deutlich
22. September 2020
New York – Der Checkpoint-Inhibitor Nivolumab, der vor 5 Jahren als erster Vertreter der PD-1-Blocker eingeführt wurde, hat sich beim malignen Melanom, einem der ersten Einsatzgebiete der
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER