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Politik

Qualität in der Krankenhausplanung: IQTiG will im August Konzept vorlegen

Freitag, 18. März 2016

Berlin – Bis Ende August will das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) dem Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) sein Konzept zu den Qualitätsindikatoren vorlegen, die die Bundesländer künftig für ihre Kranken­hausplanung verwenden können. Das erklärte der Leiter des IQTiG, Christof Veit, heute auf dem 15. Nationalen DRG-Forum in Berlin.

„Wir werden in sehr kleiner Auflage beginnen und alles so vorbereiten, dass es zum Jahresbeginn 2017 losgehen kann“, sagte Veit. Das Motto dabei sei: Lieber kleine Schritte zeitnah umzusetzen und damit Erfahrungen zu sammeln, „als ein tolles Format nie“ umzusetzen. Mit dem Krankenhaus-Strukturgesetz (KHSG) war der G-BA beauftragt worden, mit Unterstützung des IQTiG bis zum Ende des Jahres 2016 Qualitätsindikatoren für die Krankenhausplanung zu definieren.

Krankenhäuser, die schlechte Qualität erbringen, sollen nach dem Willen der Bundesregierung künftig Abschläge hinnehmen müssen, Krankenhäuser, die besonders gute Qualität erbringen, sollen Zuschläge erhalten. Dafür muss das IQTiG zunächst Kriterien festlegen, mit denen die Ergebnisqualität gerichtsfest und risikoadjustiert gemessen werden kann.

Hier will das Institut bis zum Juni 2017 die entsprechenden Kriterien vorlegen und mit dem G-BA besprechen. „Bei diesem Thema rechnen wir mit einer größeren politischen Auseinandersetzung“, so Veit. „Denn hier gibt es eine gewisse Zurückhaltung auf allen Seiten, damit man mit dem Instrument nicht mehr Schaden anrichtet als nutzt.“

„Behandlungsqualität kann nur individuell vom Patienten beurteilt werden“
Der Vorstandsvorsitzende des freigemeinnützigen Krankenhausträgers Agaplesion, Markus Horneber, gab zu Bedenken, dass die Behandlungsqualität stets individuell beurteilt werde, und zwar von jedem einzelnen Patienten. „Was nutzt es uns, die Gesamtqualität eines Krankenhauses gemessen zu haben, wenn der einzelne das ganz anders sieht?“, fragte er. „Es übersteigt zudem mein Vorstellungsvermögen, wie das IQTiG zu justiziablen Qualitätsindikatoren kommen will, wenn zum Beispiel Komorbiditäten berücksichtigt werden sollen.“

„Die Krankenhäuser werden das besser schaffen, als ihnen zugetraut wird“ 
Der Vorstandsvorsitzende der Sana Kliniken, Michael Philippi, begrüßte die Qualitätsoffensive der Bundesregierung. Denn der Grundansatz, 2.000 Krankenhäuser in Deutschland in Bewegung zu setzen, sei völlig in Ordnung. „Und die deutschen Krankenhäuser werden das viel besser schaffen, als es ihnen heute zugetraut wird“, meinte Philippi. Sie dürften sich jetzt allerdings nicht zurücklehnen und abwarten, welche Kriterien IQTiG und G-BA vorlegen werden.

Er forderte die Krankenhäuser auf, sich stattdessen jetzt schnell des Themas Qualität anzunehmen. „Wir können unsere Qualität intern doch schon heute einordnen“, sagte er. „Wir haben eine Menge Informationen und wir können absehen, wo das eigene Krankenhaus exzellent ist und auch, wo es keine akzeptable Qualität abliefert.“ Dieser Prozess müsse jetzt mit Hilfe von Prozess- und Strukturqualitätsindikatoren angegangen werden: „Wie viele Menschen mit welcher Qualifikation an welcher Stelle im Krankenhaus arbeiten: Das kann ich relativ gut vorgeben.“ Die Kliniken seien gut beraten, sich schnell damit auseinanderzusetzen.

„Das können sich nur die größeren und spezielleren Krankenhäuser leisten“
„Wenn wir im Rahmen von Struktur- und Prozessqualität Vorgaben zur personellen, technischen und räumlichen Ausstattung von Krankenhäusern machen, werden es sich nicht alle Krankenhäuser leisten können, diese Vorgaben umzusetzen“, gab Horneber zu Bedenken. „Das würde die Krankenhauslandschaft hin zu größeren und spezielleren Krankenhäusern verändern.“  © fos/aerzteblatt.de

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