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Ärzteschaft

Onkologen fordern mehr Prävention bei Angehörigen von Darmkrebspatienten

Montag, 21. März 2016

Berlin – Darmkrebspatienten und ihre Familien müssen noch intensiver als bislang über die Bedeutung der Früherkennung bei Angehörigen informiert werden. Das fordert der Berufsverband der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO.

Der Darmkrebs ist bei Männern und bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung der inneren Organe. Im Laufe des Lebens erkrankt einer von 14 Männern und eine von 18 Frauen daran.

Besonders gefährdet sind Familienangehörige von Darmkrebspatienten, vor allem Eltern, Kinder und Geschwister. „Sie haben im Vergleich zu Menschen aus Familien ohne Darmkrebserkrankungen ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst einen Darmkrebs zu entwickeln“, betont Michael Eckart aus dem Vorstand des Berufsverbands.

Danach finden sich in Deutschland bei knapp 30 Prozent aller Patienten mit Darmkrebs Familienangehörige, die ebenfalls an Darmkrebs erkrankt waren. „Das bedeutet: Jeder dritte Darmkrebspatient hat statistisch gesehen einen nicht erkannten Darmkrebsfall in der eigenen Familie“, hieß es aus dem BNHO.

Wie hoch das Risiko der Familienangehörigen von Darmkrebspatienten sei, hänge davon ab, um welche Darmkrebsform es sich handle und wie eng das Verwandt­schaftsverhältnis sei. „Wir gehen davon aus, dass das Risiko bei Verwandten ersten Grades von Darmkrebspatienten zwei- bis dreimal so hoch ist. Tritt der Darmkrebs vor dem 60. Lebensjahr auf, ist es sogar drei- bis vierfach erhöht“, so Eckart.

Der BNHO appelliert daher an alle Ärzte, die mit Darmkrebspatienten in Kontakt kommen, diese nicht nur allgemein darüber aufzuklären, dass Darmkrebs in Familien gehäuft auftreten kann. „Stattdessen muss aktiv nach Angehörigen gefragt werden, und alle Indexpatienten sollten Informationsmaterial für jeden näheren Angehörigen erhalten“, empfiehlt der BNHO-Vorsitzende Stephan Schmitz. © hil/aerzteblatt.de

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